Auf ins Winterwunderland

Tipps für den Winter im Schnee, wenn man nicht Skifahren darf

Christian Schreiber

Von Christian Schreiber

Sa, 02. Januar 2021 um 11:36 Uhr

Reise

Wann wir wieder Skifahren können, steht in den Sternen. Doch der Winter bietet tolle Freizeitmöglichkeiten abseits der Piste – auch bei uns im Schwarzwald.

Der Winter ist da, aber die Gondeln stehen größtenteils still. Niemand weiß, wie lange das so bleibt. Corona könnte auch den Skifahrern einen Strich durch die Rechnung machen. Müssen wir den Winter dann im Wohnzimmer absitzen? Nein, denn es gibt auch in den deutschen Mittelgebirgen und in den heimischen Alpen haufenweise Alternativen im Schnee, für die keine Fahrt mit Sessel- oder Schlepplift nötig ist. Und das Thema "Abstand halten" ist bei diesen Wintertipps in der Regel kein Problem.

Langlaufen: Dank der Skating-Technik ist Langlaufen schon seit einigen Jahren raus aus der Langweiler-Ecke. Der Schlittschuhschritt auf Skiern ist sportlich, dynamisch, anstrengend und ein echtes Ganzkörpertraining. Am Ende kommt es aber nicht nur auf die Infrastruktur und die (theoretische) Zahl der Loipenkilometer an, sondern auch auf den Schnee. Ohne Frau Holle geht nichts. Kanonen, die weiße Flocken in die Landschaft spucken, findet man fast nirgends.

Als schneesicher hat sich beispielsweise Balderschwang (Allgäu) erwiesen. Auch andere Orte im Allgäu wie Bad Hindelang oder Schwangau haben angekündigt, Loipen zu ziehen, sobald es die Schneelage zulässt. Ebenso sollen Parkplätze zur Verfügung gestellt werden. Allerdings wird es vorerst keine Verbindung in angrenzende österreichische Regionen geben.

Und natürlich gibt es auch im Schwarzwald zahllose Möglichkeiten, seine Runden zu ziehen, wenn die Schneegrundlage stimmt.

Weitere Infos: Tel. 0831/575 37 30,
http://www.hoernerdoerfer.de
Tipps für Skilanglauf im Schwarzwald:
http://bz-ticket.de/langlauf
http://www.hochschwarzwald.de/Winter

Skitouren: Das Tourengehen hat sich in den vergangenen Jahren zur Top-Alternative für jene gemausert, denen die Hänge zu voll und Abfahrten auf präparierten Pisten zu langweilig sind. Corona dürfte den Trend weiter befeuern. Aber in den bayerischen Alpen ist genügend Platz für alle – selbst im Winter. Prinzipiell gilt in Bayern das freie Betretungsrecht der Natur. Sprich: Tourengehen ist überall erlaubt, wo nicht lokale Verbote erlassen wurden. Weiter zu beachten ist: Abfahrten im Tiefschnee erfordern eine Portion technisches Können. Zudem braucht man eine gute Kondition für den Aufstieg, Orientierungssinn und das nötige Equipment, das über Ski und Felle hinausgeht. Pflicht ist eine komplette "Lawinenausrüstung" mit Piepser, Schaufel und Sonde (LVS-Set), die man im Ernstfall auch beherrschen muss. Entsprechende Kurse kann man zum Beispiel in Berchtesgaden für den Zeitraum nach dem 10. Januar buchen, "wenn es die Corona-Situation zulässt", wie Stefan Höllbacher auf Nachfrage erklärt. Er betreibt die dortige "Wintersportschule", die aktuell zumindest den Verleih von Tourenausrüstung anbietet. Wenn ab 10. Januar der Schnee mitspielt, soll entsprechend auch der Skitourenpark am Obersalzberg in Betrieb gehen.

Infos und Termine: Tel. 08652/ 948787, http://www.skischule-berchtesgaden.eu

Schneeschuhwandern: Man kann nicht mehr von einem Trend sprechen, denn Schneeschuhwandern ist mittlerweile ein etablierter Freizeitsport, der auch in den Mittelgebirgen möglich ist. So setzt neben dem Schwarzwald vor unserer Haustür etwa der Bayerische Wald stark auf das Thema, auch was geführte Touren betrifft. Dieses Jahr hängt es aber nicht nur am Schnee, sondern auch an der Corona-Situation. Geführte Schneeschuhtouren wurden bis 10. Januar abgesagt, wie Astrid Piermeier, Tourismus-Chefin in St. Englmar, mitteilt. Danach soll es, wenn möglich, aber ein breit gefächertes Angebot geben. Wer will, kann sich schon mal ans Tourismusbüro wenden und Infomaterial und Routenvorschläge für Schneeschuhtouren schicken lassen, die rund um St. Englmar "auf markierten, größtenteils nicht geräumten Wanderwegen" verlaufen und auf Berggipfel oder zu Aussichtspunkten führen. Aber auch im Mittelgebirge bestehen Risiken, die man nicht unterschätzen sollte. Schneeschuhwanderer tun gut daran, stets ein LVS-Set dabei zu haben und sich im Umgang mit den Geräten auszukennen.


Winterwandern: Winterwanderer sind in der Regel auf geräumten, gesicherten und markierten Wegen unterwegs, die aber nicht gestreut sind und somit rutschig sein können. Es ist eben mehr als Spazierengehen, weil man von teils großen Schneemengen links und rechts des Weges ausgehen muss, weil die Tour in der Regel durch bergiges, unter Umständen sogar alpines Gelände führt, und eine gewissen Sicherheitsausrüstung ratsam ist. So empfiehlt es sich zum Beispiel auch, Schuhe mit Spikes zu verwenden, die auf glattem Untergrund guten Halt bieten. Es gibt spezielle Schuhketten, die man in Sportgeschäften kaufen kann. Per Gummizug oder elastischer Bindung bringt sie der Winterwanderer bequem an. Die Edelstahlzacken sorgen auch bei glatten Anstiegen für sicheren Halt. Das Berchtesgadener Land (Bayern) hat sich dank eines gut gepflegten Wegesystems einen Namen in Deutschland gemacht. Aber auch im Schwarzwald gibt es inzwischen viele Strecken.


Rodeln: Wer denkt, ohne Liftbetrieb hat sich auch das Schlittenfahren in den Alpen erledigt, ist falsch gewickelt. Denn es gibt zahlreiche Abfahrten, bei denen der Wintersportler den Aufstieg so oder so zu Fuß bewältigen muss. Zum Beispiel rund um Füssen gibt es einige Naturrodelbahnen, die von Haus aus ohne Liftunterstützung auskommen, zum Beispiel die 1,5 Kilometer lange Strecke von der Saloberalm zum Alatsee. Sogar einen Kilometer länger ist die Strecke an der Oberen Firstalm am Schliersee, die zweifelsohne zu den besten Familien-Abfahren in Bayern zählt und sogar die Nacht mit Flutlichtlicht erhellt – nach jetziger Planung wieder ab 10. Januar.

Infos: http://www.tegernsee-schliersee.de

Tipps fürs Rodeln im Schwarzwald: http://bz-ticket.de/rodeln

Huskytouren:
Dafür muss niemand extra nach Kanada oder Skandinavien, denn auch in Deutschland leben Huskys, die viel Auslauf brauchen und gerne mal Wintersportler mitnehmen. So sind zum Beispiel im Allgäu gemeinsame Unternehmungen mit Schlittenhunden möglich. In Oberstaufen kann man die Tour sogar mit einer Pferdeschlittenfahrt oder einer Rodelpartie kombinieren. Die Termine sind individuell buchbar und sollen ebenfalls ab 10. Januar wieder möglich sein, wenn es der weitere Corona-Fahrplan zulässt. Im Schwarzwald findet von 29. bis 31. Januar 2021 das erste Waldhaus-Cup-Schlittenhunderennen statt – Zuschauer sind nicht erlaubt, dafür gibt es aber einen Live-Stream.

Weitere Infos:
http://www.bergwelt-oberstaufen.de
Live-Stream Schwarzwald: http://mehr.bz/cupsi

Iglubau: Igludörfer fanden sich in den vergangenen Wintern in immer mehr Skigebieten. Wie es mit den eisigen Behausungen in diesem Jahr aussieht, ist ungewiss. Aber auch abseits des Skizirkus kann man Iglus erleben – und zwar maximal authentisch. Denn verschiedene Anbieter, unter anderem im Allgäu, haben Kurse in Sachen Iglubau im Programm. Jeder baut sich selbst sein Winter-Rundhaus und übernachtet darin. Wenn der Service stimmt, wird am nächsten Morgen das Frühstück samt Tee und Kaffee geliefert. Die Wildnisschule Allgäu verweist auf ihrer Internetseite darauf, dass sich die Angebote durch die Corona-Lage jederzeit ändern können, aber alle Kurse, die "vom gesetzlichen Rahmen her durchführbar sind", stattfinden.