Tischtennis mit Doppelerlaubnis

Lukas Karrer

Von Lukas Karrer

Fr, 18. September 2020

Tischtennis

Stühlinger um Jens Lasarzik Landesliga-Favorit / Männer des TV Neustadt und Schluchseer Frauen vor spannender Bezirksliga-Saison.

Nach mehr als einem halben Jahr Wettkampfpause beginnt am Wochenende die neue Saison in den regionalen Tischtennis-Spielklassen. Die Frauen der TTF Stühlingen zählen dabei in der Verbandsliga ebenso zu den Aufstiegsfavoriten, wie die Stühlinger Männer in der Landesliga. Die letzten offenen Fragen zum Spielsystem und der Austragung von Doppeln hat die Verbandsführung kurz vor Rundenbeginn beantwortet.

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Dass der Leistungsunterschied zwischen der Tischtennis-Landesliga der Männer und der Verbandsliga enorm ist, mussten die TTF Stühlingen in der vergangenen Saison anerkennen. Lediglich zwei Remis standen für Gerd Schönle und seine Kollegen am Ende der Saison auf der Habenseite. Auch ohne Felix Wigand, der berufsbedingt den Verein verlassen hat, zählen die Tischtennisfreunde in der Landesliga nun wieder zu den Top-Favoriten. "Wir schätzen die Liga stärker ein, als in unserer Aufstiegssaison vor zwei Jahren", sagt Mannschaftsführer Jens Lasarzick. Als Mitfavoriten im Aufstiegsrennen nennt er den TTC Mühlhausen II, den TTC Konstanz II und Hüfingen. Zum Auftakt trifft der Verbandsligaabsteiger am Samstag auf den TTC Beuren.

Die Frauen der TTF Stühlingen fühlen sich in der Verbandsliga bestens aufgehoben. Welche Rolle die Mannschaft in der Liga spielen kann, wird maßgeblich von der Anzahl der Einsätze von Spitzenspielerin Anna Lasarzick abhängen. Neu an Position zwei ist Rückkehrerin Johanna Krzok. "Sie ist der gewünschte adäquate Ersatz für Agnieszka Ochmann, die den Verein leider verlassen hat", so Lasarzick.

Als Tabellenachter hatte das Männerteam des TV Neustadt in der vergangenen Saison gerade so die Bezirksliga gehalten. Auch in der neuen Spielziet ist der Ligaerhalt das primäre Saisonziel der Mannschaft um Spitzenspieler Alexander Kirmair, der sich intern auf Position eins vorgearbeitet hat. Der TV Neustadt startet am Samstag mit einem Heimspiel gegen den TTC Bräunlingen. Erneut eine gute Rolle spielen will die routinierte Mannschaft des TTC Schluchsee in der Bezirksliga der Frauen. Bis zuletzt war für die Spielklassen unterhalb der Badenliga noch offen, in welchem Spielsystem die Saison beginnt. Der Tischtennis-Landesverband hat sich nun anders als der nationale Verband für eine Austragung von Doppeln ausgesprochen. Die Antworten auf die Kernfragen vor dem Saisonstart der regionalen Ligen:

Können Doppel gespielt werden?
Die wohl am meisten diskutierte Frage in der Tischtennisszene betrifft die Doppelthematik. Der DTTB hat sich gegen diese Austragung entschieden, um seine Regeln während der Saison nicht noch einmal ändern zu müssen, falls wegen Corona die Abstandsregeln wieder verschärft werden. In allen Spielklassen oberhalb der Badenliga werden vorerst keine Doppel gespielt. Eine Ausnahme stellt die Bundesliga der Männer dar. Als eigenständige GmbH wurde hier separat und für die Austragung entschieden. In den regionalen Spielklassen obliegt die Entscheidung den Landesverbänden. Hier wich Baden-Württemberg von der DTTB-Linie ab. "Doppel gehören zu unserem Sport dazu", sagt Rainer Franke, Präsident des Verbandes Baden-Württemberg.

Welches System wird gespielt?
Fallen die Doppel weg, kommt ein komplett neues Spielsystem zum Zug. Alle Einzel werden ausgespielt, eine Partie endet nicht mit einem bestimmten Siegmatch. Das wurde bereits bei den ersten höherklassigen Spielen dieser Saison so angewendet. In den regionalen Ligen wird weiter in den gewohnten Systemen gespielt. Es gebe aber "Gedankenspiele, in Zukunft ein neues System einzuführen", so Präsident Franke. "Es wird diskutiert, für einen hohen Sieg mehr Punkte zu vergeben als für einen knappen Erfolg." So soll verhindert werden, dass gegen Ende einer Partie reihenweise bedeutungslose Einzel ausgetragen werden.

Sind Zuschauer zugelassen?
"Eine pauschale Antwort" auf diese Frage gibt es Franke zufolge bisher nicht. Die zugelassene Zuschauerzahl ist vom Hygiene-Konzept der Heimmannschaft in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Gesundheitsamt, von der Hallengröße und der Anzahl positiver Corona-Tests an einem Standort abhängig.

Qualifikation für die Landesklasse
In Südbaden werden ab der Saison 21/22 Landesklassen eingeführt – zwischen der Landesliga und der Bezirksliga. Die Zweiten, Dritten (Landesliga) sowie der Verbandsliga-Absteiger bilden die dann eingleisige Landesliga, die restlichen Landesligisten (plus Bezirksligameister, minus Landesliga-Absteiger) rutschen in die neue Liga.