"Ich habe immer Faxen im Kopf"

Benedikt Hecht

Von Benedikt Hecht

Do, 19. November 2020

Tischtennis

BZ-FRAGEBOGEN mit Tischtennisspielerin Theresa Lehmann von Zweitligist DJK Offenburg.

(ben). Sie ist eine der Leistungsträgerinnen beim Tischtennis-Zweitligisten DJK Offenburg: Theresa Lehmann. Wenn die 25-Jährige nicht an der Platte steht, arbeitet sie im ambulant betreuten Wohnen für psychisch kranke Menschen. Mit der DJK Offenburg konnte Lehmann bisher drei Spiele in der zweiten Bundesliga absolvieren, ehe es für sie und ihre Teamkameradinnen durch den Teil-Lockdown in die ungeplante Pause ging. Für den BZ-Fragebogen stand Lehmann Rede und Antwort – auch zu Nichtsportlichem.

» Als Kind wollte ich werden: Friseurin, das war so im Kindergartenalter.
Was hamstern Sie? Da meine Wohnung sehr klein ist, kann ich nicht wirklich viel hamstern. Wenn wären es Nudeln, die kann ich immer gebrauchen. Das hört sich jetzt ja aber so an, als hätte ich Nudeln im Überfluss daheim, das ist definitiv nicht der Fall. Es sind so drei, vier Päckchen.
» Der beste Tischtennisspieler aller Zeiten? Mein Favorit ist Timo Boll. Wie es ihm gelingt, in seinem Alter auf diesem hohen Niveau immer noch mitzuspielen. Dafür braucht es ein gewisses Auge, die Schnelligkeit lässt nach und er ist vielleicht nicht mehr so fit wie die ganz Jungen. Dennoch fegt er die Chinesen von der Platte weg. Das finde ich faszinierend.
Beste Sportart außer Tischtennis? Tennis. Vor drei Jahren hatte ich erstmals den größeren Schläger in der Hand, versuche das im Sommer auch durchzuziehen, wenn die Zeit es zulässt. Es ähnelt dem Tischtennis und macht Spaß, sich da richtig auszupowern. Allerdings betreibe ich Tennis rein als Hobby.
» Meine Arbeit erledige ich... wie gewohnt. Wobei ich merke, dass die Ängste durch Corona größer werden. Psychisch kranke Menschen sind meist mit Angstzuständen behaftet, dadurch wird die tägliche Arbeit nochmal zu einer größeren Herausforderung, für die Leute selbst, aber auch für mich bei der täglichen Begleitung.
Wütend macht mich,... dass Sportarten, die nur zur zweit ausgeübt werden, derzeit meist nicht ausgeübt werden können. Die Kontaktbeschränkungen sagen doch, dass man sich auf zwei Haushalte beschränken soll. Meine Mutter ist Pilates- und Yogatrainerin und darf keine Einzelstunden mehr geben. Das ist mir unverständlich, da ich mich privat ja auch mit einer Person treffen darf.
» Der verrückteste Vogel bei der DJK: Ich behaupte mal, dass ich das bin, da ich immer Faxen im Kopf habe. Mal bringe ich Witze, dann wieder verrückte Ideen mit ein. Für die lustigen und spaßigen Momente bin ich immer zu haben.
Immer essen könnte ich: Schokolade. Sie macht süchtig und schmeckt einfach. Aber ich hamster keine, kaufe auch keine, da dies nicht gut für meine Figur, Haut und Zähne wäre. Im Büro oder bei der Familie gibt es aber meist welche.
» Gerne mal treffen würde ich... Beyoncé. Sie singt unfassbar gut und tanzt dazu auch noch faszinierend. Einmal durfte ich sie bei einem Konzert live sehen. Das war ein Riesenerlebnis.
Eine Macke von mir: Ich bin etwas zwanghaft. Wenn ich etwas erledigen soll, möchte ich das sofort tun, wenn mir das nicht gelingt, ärgert mich das unheimlich. In manchen Bereichen ist das sicher positiv, andererseits weiß ich, dass es auch sinnvoll ist, gewisse Dinge lieber ein paar Tage liegen zu lassen. Das gelingt mir leider nicht.
» Beste Ausrede, warum jemand nicht zum Training kam? Ich habe einen meiner Schuhe vergessen, hieß es einmal im Training. Wer das war, verrate ich allerdings nicht.
Lieblingsplatz? Die Katzenhalde in Oberharmersbach. Dort sieht man über das ganze Dorf und hat zudem eine tolle Aussicht.
» Eine Sportart, in der ich talentfrei bin: vermutlich Schach. Ich habe es zwar noch nie ausprobiert, vermute aber auch, dass ich kläglich scheitern würde.
Zeitreise: Wohin und warum? In die Zukunft, so 300 Jahre. Mich würde interessieren, wie die Welt sich dann entwickelt hat. Fliegen vielleicht die Autos?
» Erinnern Sie sich an einen Schülerstreich? Wir haben unserem Lehrer ein Pupskissen auf dem Stuhl platziert. Er hat nur gelacht und es weggeschmissen.
Meine peinlichste Szene im Tischtennis... war bei einem Turnier in Hamburg. Ich habe mich über etwas aufgeregt und gegenüber meiner Gegnerin und dem Schiedsrichter im tiefsten Dialekt geantwortet. Beide haben kein Wort verstanden.
» Lieblingslektüre: Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes. Ein herzerwärmendes Buch.
In welchem Film wären Sie der ideale Hauptdarsteller? Schwierige Frage, dabei war ich schon zweimal Komparsin in einem Film. In 25 km/h von Markus Goller spielte ich mit, der zweite Film ist aktuell noch gar nicht ausgestrahlt.
» Lieblingsurlaub: Thailand und Malaysia, dort war ich 2018. Aber es gibt noch jede Menge Ziele, Kuba reizt mich.
Welche Superkraft hätten Sie gerne? Fliegen wäre toll, so könnte ich Strecken problemlos hinter mich bringen und würde nicht stundenlang im Auto sitzen.
Die Unterbrechung der Saison... ist in Ordnung. Ich hätte ungern ohne Zuschauer weitergespielt. Zumal ich es unverantwortlich gefunden hätte, einerseits zu spielen, andererseits keine Leute treffen zu dürfen. Und: Unsere Topspielerinnen hätten uns eh gefehlt.