Von den Tölzer Löwen

Torhüter Ben Meisner kommt als Nummer eins zum EHC Freiburg

Benjamin Resetz

Von Benjamin Resetz

Mi, 15. Mai 2019 um 16:46 Uhr

EHC Freiburg

Nach etlichen Vertragsverlängerungen steht nun der erste Neuzugang der Wölfe fest: Der deutsch-kanadische Torhüter Ben Meisner wechselt vom Ligakonkurrenten Tölzer Löwen nach Freiburg.

Es geht momentan Schlag auf Schlag beim Eishockey-Zweitligisten EHC Freiburg, der fleißig am Kader für die kommende Spielzeit schraubt. Nach den Vertragsverlängerungen von Philip Rießle, Marc Wittfoth, Jannik Herm, Nikolas Linsenmaier und Jozef Balej steht nun der erste Neuzugang fest: Torhüter Ben Meisner wechselt vom Ligakonkurrenten Tölzer Löwen nach Freiburg. Der 28-jährige Deutsch-Kanadier belegt keine der vier Kontingentstellen für ausländische Spieler.

Zuletzt eine Fangquote von 90,4 Prozent

Meisner sammelte in seiner Karriere bereits Erfahrungen in Nordamerika sowie in der deutschen Eliteliga DEL bei den Augsburger Panthern, für die er zwischen 2015 und 2018 die Schlittschuhe schnürte. In Bad Tölz verzeichnete Meisner zuletzt eine Fangquote von 90,4 Prozent – davon konnten sich auch die Wölfe in der zurückliegenden ersten Playdown-Runde gegen die Oberbayern überzeugen.

"Ben Meisner war von unserem Projekt für die nächste Saison gleich angetan, wir konnten ihn also schnell von uns überzeugen", verrät Daniel Heinrizi, der Sportliche Leiter der Wölfe. "Sportlich sind wir auf einer Wellenlänge." Ferner bescheinigt Heinrizi dem Neuzugang einen guten Charakter. Meisner hat zu Gunsten der Wölfe diverse Angebote aus der DEL 2 ausgeschlagen und ist als neue Nummer eins im Freiburger Tor vorgesehen.

Voraussichtlich werden die Wölfe auf ein deutsches Torhüter-Duo setzen. "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit, das neue Team und die Stadt", lässt sich der Goalie selbst zitieren. "Ich bin davon überzeugt, dass der EHC Freiburg für meine persönliche Weiterentwicklung die beste Option darstellt. Die Verantwortlichen glauben an mich und unterstützen mich. Der Verein ist dabei, wesentliche Veränderungen in den wichtigen Bereichen vorzunehmen. Das Team wird mit einem komplett neuen Gesicht in die kommende Spielzeit gehen. In Freiburg werde ich zudem die Chance haben, viel zu spielen. Wenn dir ein Verein ein solches Gesamtpaket bieten kann, fällt die Entscheidung nicht schwer."

Meisner geht offen mit seinen Depressionen um

Meisner wurde im kanadischen Halifax geboren, spielte am American International College in der höchsten Universitätsliga NCAA und lief zwischen 2012 und 2015 in der niederklassigen Profiliga ECHL auf, ehe er 2015 nach Deutschland wechselte. 2018 machte er mit einer bewegenden Schilderung auf der amerikanischen Internetplattform "The Players Tribune", auf der junge Sportler ihre eigenen Geschichten veröffentlichen, auf sich aufmerksam. Darin gab er bekannt, an Depressionen zu leiden und Selbstmordgedanken gehabt zu haben – und schrieb über den täglichen Existenzkampf in amerikanischen Profieishockey abseits der schillernden Top-Ligen NHL und AHL, in denen ein erbarmungsloser Konkurrenzkampf um die wenigen Kaderplätze herrsche.

Erst in Deutschland habe er professionelle Hilfe gefunden, eine "Wende in seinem Leben", wie er betont. In seiner Veröffentlichung spricht er anderen Betroffenen Mut zu und mahnt, psychische Erkrankungen im Profisport auch seitens der Vereine ernst zu nehmen und Behandlungsmöglichkeiten anzubieten – zum Wohl der Spieler. Der schwierige Schritt, professionelle Hilfe anzunehmen, habe sein Leben gerettet, schreibt Meisner.