Bezirks- und Kreisliga

Trainerverlängerungen ein positives Zeichen in schweren Zeiten

Johannes Bachmann und Hans-Georg Brachat

Von Johannes Bachmann & Hans-Georg Brachat

Di, 02. März 2021 um 21:50 Uhr

Bezirksliga Schwarzwald

Kontinuität ist in diesen Zeiten ein wichtiges Gut. Mit ihren Verlängerungen setzen mehrere Fußballtrainer bei Bezirks- und Kreisligisten im Schwarzwald und auf der Baar ein positives Zeichen.

Der Ball ruht seit mehr als vier Monaten. Der Spielbetrieb ist untersagt, Trainingseinheiten sind verboten, talentierte Fußballer drohen zu verkümmern. Die Spielfreude bleibt auf der Strecke. Lethargie und Frust machen sich breit. Was bleibt, ist ein bisschen Hoffnung. Falls sich die Politik trotz steigender Infektionszahlen dazu durchringt, das öffentliche Leben mit vorsichtigen Lockerungen wieder in Schwung zu bringen, wollen auch die Kicker endlich raus aus dem Lockdown. Der Südbadische Fußballverband will bis Ende Juni mindestens noch die Vorrundenspiele in allen Amateurligen in die Wertung bringen – eine Annullierung der Saison ist für Fußballer und Funktionäre (noch) keine Option.

Der Blick nach vorn ist jetzt besonders wichtig. "Es wird eine Zukunft am Ball geben", ist Björn Schlageter überzeugt. Der Fußballtrainer des Bezirksligisten TuS Bonndorf hat jetzt wie etliche andere Übungsleiter im Schwarzwald und auf der Baar ein Zeichen gesetzt – und verlängerte seinen Vertrag in der Löwenstadt. Nach dem Saisonabbruch der Saison 2019/20 und der in der Spielzeit 2020/21 erneut wohl nur rudimentär gewerteten Runde, will Schlageter endlich wieder "normalen Fußball" mit seinen Jungs erleben. "Ich werde das Team auf seinem weiteren Weg unterstützen", so Schlageter, der beim TuS mit Beginn der Herbstrunde 2021/22 in seine fünfte Saison als Bonndorfer Trainer geht. "Wir haben in Bonndorf ein sehr gutes, engagiertes Team", so der TuS-Coach. "Die Jungs haben sich Schritt für Schritt weiterentwickelt." Das Miteinander und die im Moment gestoppte gemeinsame Leidenschaft am Ball sei für ihn ein großer Ansporn. "Ich freue mich darauf, wieder mit meinen Spielern zu arbeiten", so Schlageter, "je früher, je lieber".

Zuversicht in Hinterzarten, Villingen und Möhringen

Ganz oben steht der SV Hinterzarten. Die Elf des Kreisliga-A-Tabellenführers wurde bei ihrem Höhenflug mit dem Lockdown Ende Oktober jäh gestoppt. Dennoch ist Trainer Nurhan Ardiclik, der das Fußballteam aus der Skisprunghochburg zum 1. Juli 2020 übernommen hatte, voller Zuversicht. Dass er auch in der neuen Spielzeit HSV-Trainer sein und das Team dann womöglich in der Bezirksliga führen wird, sei für ihn Ehrensache. "Wir haben einen super Kader sowie eine gute Mischung im Team zwischen erfahrenen Spielern und jungen ehrgeizigen Akteuren", erklärt Ardiclik. "Es war für mich keine Frage, dass ich weitermache. Meine Jungs sind weiterhin erfolgshungrig. Wir wollen endlich wieder spielen."

Trotzige Zuversicht gibt es bei der DJK Villingen. Trainer Adrian Schade geht in der wann auch immer beginnenden neuen Runde mit der Bezirksligamannschaft ebenso in seine zweite Saison wie Gökcen Sarikaya mit dem Kreisliga A-Team der DJK. "Wir wollen den Weg, auf eigene junge Spieler zu bauen, weiter fortsetzen", so der DJK-Spielausschussvorsitzende Philipp Pfriender. In seine vierte Saison beim FV Möhringen wird Heinz Jäger gehen. "Die Ausrichtung stimmt", so Jäger. "Nach dem Aufstieg in die Bezirksliga sind wir auf einem guten Weg unterwegs und können den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen."

In Immendingen wird es 2022 einen Trainerwechsel geben

Für die kommende Saison, es wird dann seine dritte sein, hat Trainer Ralf Ressel beim SV TuS Immendingen zugesagt. "Wenn es in diesem Frühjahr endlich wieder losgeht, wollen wir so gut wie möglich punkten." Trotz des Lockdowns sei der Leistungswille seiner Kicker ungebrochen. "Die Jungs brennen darauf, dass es endlich wieder losgeht", so Ressel. Doch nach der kommenden Saison sei für ihn definitiv Schluss. Bei der SG Kirchen-Hausen steht Baris Cakici vor seiner dritten Saison als Spielertrainer. "Ich fühle mich sehr wohl bei der SG", sagt Cakici, "die Zusammenarbeit mit Ewald Stihl macht großen Spaß."

Nach fast vier Jahren als Chef an der Außenlinie wird Xaver Rech zur neuen Saison sein Traineramt beim SV Mundelfingen abgeben. Rech geht aus freien Stücken und sieht beim SVM die Zeit gekommen "für neue Impulse".