Trotz höherer Gebühren noch nicht kostendeckend

Paul Schleer

Von Paul Schleer

Sa, 27. November 2021

Lörrach

Lörrach ermittelt die Gebührensätze neu und gleicht die Kosten an / Zustimmung in den Ortschaftsräten und im AUT.

(tm/kwb/dam). Die Friedhofsgebühren werden komplett neu geregelt. Dadurch werden manche Leistungen günstiger, andere werden teurer. Ziel der Gebührenreform ist es, einheitliche Kostendeckungsgrade zu erreichen. In den Ortschaftsräten gab es Diskussionen, aber letztlich auch Zustimmung. Der Gemeinderatsausschuss für Umwelt und Technik (AUT) empfiehlt dem Gemeinderat, den neuen Gebührenschlüssel anzunehmen.

Der Ortschaftsrat Haagen ist mit der Anpassung der Friedhofsgebühr einverstanden. Im Durchschnitt steigen die Gebühren um 23 Prozent, allerdings ist das die erste Anpassung seit acht Jahren, stellte Betriebsleiter Jens Langela fest. Auch damit erreicht der Friedhofsbetrieb nur eine Kostendeckung von 90 Prozent. Zehn Prozent, das entspricht 225 000 Euro, müssen für die Friedhöfe aus dem städtischen Haushalt zugeschossen werden, doch eigentlich ist geplant, dass der Friedhof sich durch die Gebühren selbst trägt. Weil Reihengräber bislang deutlich günstiger als eigentlich nötig angeboten wurden, steigt dort die Gebühr besonders stark. Bei Gräbern für Kinder und für Frühchen wird auf eine Gebühr ganz verzichtet. Weil der Gemeinderat beim Friedhof eine Kostendeckung anstrebt, sei die neue Gebührenordnung richtig, sagte Ulrike Krämer (CDU).

Die Friedhofsverwaltung plant auch Investitionen auf dem Haagener Friedhof. Für 100 000 Euro soll das Dach der Kapelle saniert werden, auch die Friedhofsmauer wird in Ordnung gebracht. Lörrach habe ungewöhnlich viele denkmalgeschützte Friedhofsmauern, da sei die Sanierung aufwendig, sagte Langela. In den nächsten fünf Jahren sind drei Millionen Euro für die Mauern eingeplant.

Im Ortschaftsrat Hauingen erregte vor allem die Erhöhung der Nutzungsgebühr für Erdreihengräber die Gemüter. Ortsvorsteher Günter Schlecht hob hervor, dass es für die Friedhofskultur wichtig sei, die Friedhöfe in den Stadtteilen zu erhalten. Die Gebühren-Neufestsetzung für die Friedhöfe gehöre zu dem roten Faden, der sich zur Haushaltskonsolidierung durch alle städtischen Bereiche ziehe. Erstaunt zeigten sich die Ortschaftsräte über die Neufestsetzung in dieser Höhe. Sie bezeichneten die Friedhöfe als ein soziales Feld. Man müsste flexibel sein bei den Gebühren wie bei der Pflege der Gräber und der Friedhöfe.

Ortsvorsteher Günter Schlecht beklagte den Vandalismus auf den Friedhöfen, wovon auch der Hauinger Friedhof betroffen sei. Insbesondere in der Abdankungshalle habe man immense Kosten aufwenden müssen, um die Schäden wieder zu beseitigen. Besonders ärgerlich sei der Vandalismus auf den öffentlichen Toiletten in den Abdankungshallen, die gerade für die älteren Bürgerinnen und Bürger sehr wichtig sind.

Bei den Gebühren zeigte sich der Ortschaftsrat Brombach gespalten. Es gab Zustimmung, aber auch Enthaltungen. Herausragend sind die prozentualen Gebührenerhöhungen beim Erdreihengrab mit 68 Prozent, Urnen-Reihengrab 37 Prozent, Ausgrabung, Wiederbestattung und Umbettung einer Urne sehr deutlich mit 143 bis 235 Prozent. Die Kalkulation der Friedhofsgebühren erfolgte im Wesentlichen auf der Basis der Ist-Rechnung.