Nahverkehr

Trotz neuen Fahrplans kommt es bei der Breisgau-S-Bahn zu Verspätungen

Sebastian Wolfrum

Von Sebastian Wolfrum

Mo, 17. Februar 2020 um 10:59 Uhr

Südwest

Neues Konzept, alte Probleme: Auch zum Start des neuen Fahrplans läuft es der Breisgau-S-Bahn nicht rund. Dabei sollte das neue Übergangskonzept mehr Stabilität bringen. Die Bahn ist nicht zufrieden.

Nach dem Fehlstart der Breisgau-S-Bahn hat die Bahn reagiert. Ein sogenanntes Übergangskonzept sollte den Fahrplan stabilisieren. Heute, Montag, war der Startschuss für das Konzept. Es kam allerdings wieder zu Verspätungen und Zugausfällen.

Seit heute fährt die Bahn auch ab Breisach in Richtung Freiburg. Fahrgäste der Strecke berichten, dass es am Morgen zu ersten Verspätungen kam. In Gottenheim wurde dann angesagt, dass auf einen entgegenkommenden Zug gewartet werden müsse. Die Strecke ist eingleisig, es gibt außerhalb der Bahnhöfe keine Möglichkeit, dass entgegenkommende Züge aneinander vorbeifahren. Auch von Freiburg in Richtung Westen fahrend, soll es Verspätungen gegeben haben.

Eine Verbindung am Montagmorgen wurde gestrichen

Wohl damit sich die Verspätungen nicht weiter aufschaukeln, wurde eine Verbindung gestrichen (geplante Abfahrt um 9.49 Uhr in Breisach). Dieses Vorgehen wurde auch in den vergangenen Wochen angewandt. Die Linie S1 der Breisgau-S-Bahn fährt derzeit nur zwischen Breisach und Himmelreich. Wegen Sturmschäden können die Züge nicht in den Schwarzwald fahren. Deshalb stecken acht Züge in Neustadt fest. Sie kommen wegen der gesperrten Strecke nicht mehr ins Tal und sind im Bahnhof geparkt.

Sie fehlen der Bahn für den Einsatz. Damit würde die Breisgau-S-Bahn zwar nicht pünktlicher, es könnten aber längere Züge eingesetzt werden. Das sollte besonders in den Hauptverkehrszeiten geschehen, damit die Bahn viele Pendler aufnehmen kann. Nach fast zwei Monaten mit Ausfällen und Verspätungen berichten aber immer mehr Pendler, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen.

"Die Pünktlichkeit am ersten Betriebstag entspricht noch nicht unseren Erwartungen", heißt es aus der Pressestelle der Bahn. Der Zeitpunkt der Umsetzung des neuen Konzeptes sei sehr kurzfristig und mit entsprechenden Herausforderungen verknüpft. Daher sei in den nächsten Tagen mit einer weiteren Stabilisierung – auch im Bereich der Infrastruktur – zu rechnen.

Das Übergangskonzept wurde Mitte Januar vorgeschlagen, als absehbar war, dass die Probleme auf der Strecke sonst nicht in den Griff zu bekommen wären. Es gab Forderungen an die Bahn, das Konzept schneller einzuführen. Die Bahn betonte jedoch, dass das nicht möglich sei, da es sehr viel Vorplanung benötige.

Das neue Konzept sieht unter anderem vor, dass auf das Kuppeln und Flügeln der Züge in Titisee und Gottenheim verzichtet wird. Das sollte einen reibungsloseren Ablauf ermöglichen. Warum kommt es jetzt trotzdem zu Problemen? "Neben kuppeln und flügeln gibt es weitere Herausforderungen. Diese liegen teilweise in unser Einflusssphäre, teilweise auch nicht und können sich stark auf die Pünktlichkeit auswirken." Heißt es von der Bahn. Welche Herausforderungen das sind, wird nicht genannt. Die Rückfrage bei der Pressestelle ist gestellt.
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