Trump geht McConnell an

afp

Von afp

Do, 18. Februar 2021

Ausland

Machtkampf bei Republikanern.

Eskalation im Machtkampf der US-Republikaner: Ex-Präsident Donald Trump hat den einflussreichen Anführer seiner Partei im Senat, Mitch McConnell, mit Verbalattacken überzogen und der Partei seine Absetzung nahegelegt. "Die Republikanische Partei kann mit politischen ,Anführern‘ wie Senator Mitch McConnell an ihrer Spitze nie wieder respektiert oder stark sein", so Trump. Der Ex-Präsident drohte damit, seinen Einfluss geltend zu machen, um McConnells Isolation zu erzwingen. McConnell sei "einer der unbeliebtesten Politiker der USA", ein "düsterer, missmutiger" Politiker "der nicht lächelt". Dem 78-Jährigen fehle es an "politischem Verständnis, Weisheit, Begabung und Persönlichkeit". Ins Visier von Trumps Attacken geriet auch McConnells taiwanisch-stämmige Frau Elaine Chow, die bis zu ihrem Rücktritt nach der Kapitol-Erstürmung am 6. Januar als Verkehrsministerin unter Trump gedient hatte. McConnell sei im Verhältnis zu China "unglaubwürdig", weil seine Familie "erhebliche chinesische Unternehmensbeteiligungen" besitze, behauptete Trump.

McConnell war lange ein Verbündeter Trumps. Nach der Kapitol-Erstürmung distanzierte er sich aber von Trump und machte ihn für die Gewalt mitverantwortlich. Im Impeachment-Prozess gegen Trump stimmte McConnell zwar am Samstag für einen Freispruch für den Ex-Präsidenten. Er sagte aber, Trump sei ohne Zweifel "praktisch und moralisch verantwortlich" für die Kapitol-Erstürmung.