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Türsteher weist 44-Jährigen ab – Mann zieht vor den Bundesgerichtshof

dpa

Von dpa

So, 28. Juni 2020 um 22:00 Uhr

Panorama

Ein Münchner will auf eine Party – und scheitert am Türsteher. Die Begründung: Der 44-Jährige sei zu alt. Jetzt kämpft der Mann um sein Recht, auch jenseits der 40 noch eingelassen zu werden.

Ein Mann aus München zieht im Kampf um sein Recht, auch jenseits der 40 noch feiern zu gehen, vor den Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Wann dieser entscheidet, ist nach Angaben einer Sprecherin noch unklar. Das Landgericht München I hatte die Revision zuvor zugelassen.

Der damals 44-Jährige hatte im August 2017 mit zwei Freunden das Event "Isarrauschen" auf der Praterinsel besuchen wollen. Doch er scheiterte am Türsteher, der ihn für zu alt hielt. Er forderte daraufhin Entschädigung wegen Altersdiskriminierung in Höhe von 1000 Euro vom Veranstalter, der die Zahlung verweigerte.

Zum Beweis bot er seine deutlich jüngere Partnerin als Zeugin auf

Nach dem Türsteher scheiterte der Kläger 2018 auch noch am Amtsgericht München und im März dieses Jahres am Landgericht München I. Beide wiesen seine Klage ab. Das Landgericht ließ die Revision zum BGH mit der Begründung zu, es handle sich bei dem vorliegenden Fall "um einen verallgemeinerungsfähiger Lebenssachverhalt, für den richtungweisende Orientierungshilfe fehlt".

Der Kläger sieht einen Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Er habe es als besonders kränkend empfunden, am Eingang abgelehnt zu werden, sagte er laut Amtsgericht in der Verhandlung in erster Instanz. Schließlich sehe er auch gar nicht so alt aus. Zum Beweis bot er seine deutlich jüngere Partnerin als Zeugin an. Denn die wäre ja bestimmt nicht mit ihm zusammen, wenn er aussähe wie ihr Vater. Im Übrigen rechtfertige das von der Beklagten geltend gemachte spezielle Veranstaltungskonzept ja auch nicht, beispielsweise Muslime, Frauen, Behinderte oder Homosexuelle auszuschließen.

Der Veranstalter hielt dagegen: Aufgrund beschränkter Kapazitäten sei das Personal angewiesen gewesen, nicht passende Gäste abzuweisen. Es habe kein generelles Einlassverbot für Personen ab 35 Jahren bestanden, betonte er. Die Zielgruppe seien jedoch junge Leute zwischen 18 und 28 Jahren gewesen.

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