Handball

TuS Ottenheim: Das Hoffen auf eine sportliche Lösung

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

Do, 26. März 2020 um 23:00 Uhr

Landesliga Nord

Zu jenen Handballmannschaften, die einiges zu verlieren haben, wenn die Saison annulliert wird, zählt Landesligist TuS Ottenheim.

LAHR. Wer sein Geld darauf setzen möchte, dass diese Handballsaison nach einem Ende der Corona-Krise wie vorgesehen zu Ende gespielt wird, geht wohl ein gewisses Wagnis ein. Entscheiden ist bisher indes noch nichts. Noch bis 19. April rauchen täglich die Köpfe in den Telefonkonferenzen bei den Entscheidungsträgern in den Handball-Verbänden. Gesucht wird: Eine Lösung, die Viele zufriedenstellt und Keinen düpiert.

"Ich hoffe auf eine sportliche Lösung. Ganz egal, wie die dann am Ende aussieht", sagt Ulf Seefeldt, der Trainer des Handball-Landesligisten TuS Ottenheim aus gutem Grund. Anderswo wurden bereits Fakten geschaffen. Die Eidgenossen haben ihre Handballsaison gestoppt. Und mehr noch: annulliert. In der kommenden Saison, wann immer diese beginnt, fangen alle Mannschaften in der Schweiz wieder ganz von vorne an. Diese Variante wird auch in Südbaden diskutiert; eine andere Möglichkeit, der aber nicht allzu große Chancen beigemessen werden: Die Runde wird abgebrochen und nach dem aktuellen Tabellenstand gewertet. Was für einige Vereine, die gute Chancen sahen, sich im Tableau noch zu verbessern, besondern bitter wäre. Dazu ist jener TuS Ottenheim zu zählen, welcher sich in der Nord-Staffel der Männer-Landesliga mit 28:12 Punkten auf dem zweiten Rang findet. Hinter der Reserve des TVS Baden-Baden, die 28:10 Zähler gesammelt und eine Partie weniger gespielt hat.

Ulf Seefeldt und Markus Heimburger bilden in der zweiten Saison zusammen das Trainerteam des Landesligateams. Sie haben immer noch den Aufstieg in die Südbadenliga im Blick: "Ob eine sportliche Entscheidung möglich ist, wissen wir nicht", sagt Seefeldt. "Wir haben darüber natürlich auch in der Mannschaft diskutiert."

Eine solche sportliche Entscheidung könnt auch ein Wochenende in Turnierform sein, in denen Relegationsspiele, auf welche Weise auch immer, ausgetragen werde, so der 52-Jährige. 20 Spiele haben die Ottenheimer bestritten, deren 26 sieht die Saison vor. Wie sollen diese sechs noch fehlenden Partien ausgetragen werden? Sechs Spiele an einem Wochenende? Oder vielleicht innerhalb von zwei Wochen? "Wenn es nicht anders geht, dann lieber an einem Wochenende eben alle Spiele, von mir aus auch mit verkürzter Spielzeit von 30 Minuten. Alles ist besser als ein Abbruch", so der TuS-Coach.

Was die Schwanauer besonders fuchst: Sie haben den Eindruck, sie seien vor der Corona-Pause in besonders guter Verfassung gewesen. Am 7. März hatten sie im vorerst letzten Spiel die HSG Hanauerland mit 23:17 geschlagen. "Wir waren alle enttäuscht und sind es noch", stellt der Übungsleiter fest. Am 28. März wäre es planmäßig in Sandweier zum Showdown mit dem TVS Baden-Baden II gekommen. Die Ottenheimer haben das Hinrundenspiel mit 30:24 gewonnen.

Zur Schweizer Lösung hat der Ottenheimer Coach eine klare Meinung: "Als Siebter kannst du das leicht akzeptieren, wenn die Runde nicht gewertet wird. Oder die Willstätter, die in der dritten Liga auf einem Abstiegsplatz stehen, würden das sicher sofort unterschreiben."

Beim Warten auf die weitere Entwicklung tun die Ottenheimer das, was andre Handballer auch machen: Sie trainieren zuhause. Das Trainerteam hat unter Mitwirkung der Physiotherapeutin Ulrike Grottendorfer die Spieler mit Trainingsplänen versorgt. Die Spieler sollen einmal in der Woche ein Fitnessprogramm zuhause absolvieren und einmal pro Woche laufen gehen.

Der Meldeschluss, jene Frist, zu der die Vereine erklärt haben müssen, ob sie in einer Liga antreten, wurde im südbadischen Handballverband vom 31. März auf den 15. April geschoben. "Wir sind aber schon in der Vergangenheit nicht mehr so streng gewesen mit der Handhabung", sagt dessen Präsident Alexander Klinkner. "Als die Einteilung und Spielvorplanung noch manuell lief, waren diese Termine viel wichtiger. Heute geht das dank IT und Digitalisierung einfacher – und kann auch später erfolgen."