Über die Chancen und Risiken des Internets

Susanne Bremer

Von Susanne Bremer

Mi, 20. November 2019

Ihringen

Der Berliner Fotokünstler Jan von Holleben nahm Schüler aus Ihringen und Breisach mit auf eine ungewöhnliche Lesereise.

BREISACH / IHRINGEN. Viele Breisacher und Ihringer Schülerinnen und Schüler sowie einige Erwachsene nahmen in der Ihringer Mediathek an einer ungewöhnlichen Lesereise mit dem Berliner Fotokünstler Jan von Holleben teil. Von Holleben hat seine Wurzeln am Kaiserstuhl. Vor rund 17 Jahren fing er in Sasbach an, zu fotografieren. Jetzt ist er unter anderem bekannt durch seine Arbeiten bei Der Zeit, Zeit Leo, Neon, Geolino und Dein Spiegel.

Dem Autor gelang es, sowohl die Siebtklässler am Martin-Schongauer-Gymnasium (MSG) als auch die vierten Klassen des Theresianum abzuholen. Von Holleben hatte selbst am MSG sein Abitur gemacht, das schaffte gleich Verbindung zu den Schülern. Dank der guten Kooperation der Mediathek mit der Ihringer Gemeinschaftsschule wurden gleich vier Jahrgangsstufen mit eingebunden.

Von Holleben war in der Fachstelle des öffentlichen Bibliothekarwesens als Buchautor für die Frederick-Tage gelistet. Individuell ausgefeilt wurden seine Vorträge und interaktiven Workshops, weil Carolin Scholl, Leiterin der Mediathek, den Fotografen und seine Bücher kennt. Geschickt und einfühlsam verstand er es auch hier, Zweit- und Fünftklässler mit seinen Fotobüchern zum Nachdenken und Diskutieren anzuregen. "Genau hinsehen!" ist die Kernaussage seiner faszinierenden und eindrücklichen Fotos. Oft verbergen sich hinter funktional erscheinenden Maschinen fein komponierte Zusammenstellungen von Alltagsgegenständen.

Bei froh in die Kamera blickenden Menschen ziehen meist die Gesichter das Auge des Betrachters auf sich. Häufig wird erst auf den zweiten Blick klar, dass Arme und Beine so nicht zusammengehören können, oder einige Körperteile zu viel auf dem Bild sind.

Der Künstler nutzt gerne Spiegeleffekte oder zweckentfremdete Gebrauchsgegenstände. Auf einigen Fotos wirken Dinge oder Menschen, als ob sie fliegen. Der Clou: Sie sind von einer Haushaltsleiter herunter fotografiert. Der Fotokünstler kam schnell mit den Schülern ins Gespräch. Er machte deutlich, dass man gerade auch im Internet genau hinsehen muss. Die Nutzung des Internets ist eben nicht umsonst, man bezahle neben echter Währung immer mit seinen Daten. "Mit jedem Klick hinterlässt du Spuren, die jederzeit wie Cookie-Krümel zu dir zurückverfolgt werden können", erläuterte der Referent. Er riet, grundsätzlich kritischer zu sein und im Austausch mit den Eltern und Lehrern zu bleiben. Spannend war auch, dass es in seinen Bildern immer wieder Reminiszenzen gibt, die an Kinderbuch- oder Filmklassiker erinnerten. "Pan Tau", "Dschungelbuch", "Narnia"‚ "Die wilden Kerle" und viele mehr wurden erkannt und machten Lust, sich auch Büchern und anderen Medien zuzuwenden oder mal wieder selbst Abenteuer zu erleben.

Auch Erwachsene diskutierten mit
Der Ihringer Kultur-Kreisel arrangierte auch ein Plenum für Eltern. Terminlich inmitten der Schulveranstaltungen platziert, lud der Verein Erwachsene dazu ein, sich der Frage des letzten Buchtitels anzunehmen: "WWWas – Alles, was du schon immer über das Internet wissen wolltest". Auf der "Großen Treppe", dem "Kommunikationszentrum" im Neubau der Neunlinden-Schule, entwickelte sich eine lebhafte Diskussion zwischen Jugendlichen, Kindern und Erwachsenen.