Volkssport Laufen

ÜBRIGENS: Auf Signale achten

Felix Lieschke

Von Felix Lieschke

Di, 07. April 2020

Kolumnen (Sonstige)

Der Mensch läuft, das hat er schon immer getan. Früher, weil es nicht anders ging, weil keine anderen Fortbewegungsmittel erfunden waren, später auch zum Spaß. Die Olympischen Spiele der Antike sind die ersten bekannten Laufwettbewerbe der Menschheit. Es gibt viele gute Gründe dafür, dass Laufen, neudeutsch Joggen, so populär geworden ist. Vielleicht der Wichtigste: Laufen ist billig. Anders als bei anderen Sportarten braucht es beim Laufen keine ausgeklügelte Schutzausrüstung, keine Geräte, keine anspruchsvolle Technik. Ein Paar gute Schuhe reichen für den Anfang. Funktionskleidung erleichtert die Läufe zwar ungemein, für den Anfang tut's aber auch die alte Jogginghose, die in Zeiten der Isolation sowieso Modeaccessoire Nummer Eins geworden ist. Auch Schuhanbieter haben auf die neuen Zeiten reagiert. War früher noch die Laufbandanalyse für die Wahl des richtigen Laufschuhs unumgänglich, reicht heute schon ein umfangreicher Fragebogen im Internet. Corona macht's möglich. Weil aber gerade ganz Deutschland rennt, ist das Laufen auf populären Laufstrecken zum Spießrutenlauf geworden, will man eineinhalb Meter Sicherheitsabstand konsequent einhalten. Orientierung könnte eine einfache Faustregel liefern: Wer gegrüßt wird, läuft richtig. Schauen entgegenkommende Sportler erst interessiert hin und im letzten Moment verstohlen weg, sollte man das Terrain meiden. Denn dann ist der Weg schon so ausgelatscht, dass man sich das Grüßen lieber gleich spart.