Sanierung

Umbaukosten sind für den Tierschutzverein Weil am Rhein nur schwer zu stemmen

Norbert Sedlak

Von Norbert Sedlak

Di, 25. Juni 2019 um 14:00 Uhr

Weil am Rhein

Das Tierheim im Sohleck in Weil am Rhein stößt zunehmend an seine Auslastungsgrenze und muss den Zwingerbereich modernisieren. Der Verein sucht weitere Unterstützer.

Der Tierschutzverein Weil genießt weit über die Grenzen der Stadt hinaus einen guten Ruf. Auf Facebook nehmen mehr als 5000 Menschen an den Aktivitäten des Vereins teil, freut sich die Vorsitzende Leonie Moser. Das Emma Paolini-Tierheim im Sohleck sei eine gute Adresse, bis nach Berlin, Dresden oder in die Schweiz nach Bern gebe es Kontakte, sogar nach Kandersteg sei schon ein Hund vermittelt worden, berichtete der ehrenamtliche Helfer Mike Schulz, der am Sonntag interessierte Besucher durch das Tierdomizil führte. Dabei machte Schulz deutlich, dass die Kapazität des Tierheims auch wegen der verhaltensauffälligen Langzeitinsassen an seine Grenzen stoße.

"Der Zwingerbereich ist nicht richtig isoliert und muss umgebaut werden", betonte Schulz. Bei der derzeitigen Haltung werde mit Rotlichtlampen gerade Mal Null Grad erreicht, das reiche gerade so, dass das Wasser nicht einfriere. Zudem müsse der Boden teilweise erneuert werden. Hinzu komme der Austausch von Gas- und Wasserleitungen, auch eine Vogelvoliere sei mittlerweile notwendig. Ein Gespräch zu den Renovierungsarbeiten habe mit einem Architekten bereits stattgefunden, die Planungskosten seien noch nicht genau bekannt, beliefen sich aber auf einen sechsstelligen Betrag. Das sei für den Tierschutzverein mit etwa 400 Mitgliedern und einem Jahresetat von etwa 135.000 Euro kaum zu stemmen.

Kleines Tierheim, große Familie

Die Stadt Weil unterstützt den Verein zwar jährlich mit etwa 12.000 Euro, allerdings mit der Verpflichtung herrenlose Tiere aufzunehmen. Die Differenz müssen sich die Tierschützer selbst erwirtschaften, beispielsweise durch das Sommer- oder Herbstfest sowie durch Mitgliedsbeiträge, Spenden oder Patenschaften. Für die Umbaumaßnahmen könne eventuell mit weiterer Förderung durch die Stadt oder Hilfen von Firmen gerechnet werden, erklärte Schulz.

Das kleine Tierheim sei wie eine große Familie, betonte Leonie Moser, die seit 2013 die Einrichtung leitet und seit zwei Jahren Vorsitzende des Vereins ist. Insgesamt habe der Verein zwei Angestellte und zahlreiche ehrenamtliche Helfer, die teilweise täglich mit den Hunden Gassi gehen. Die Vorsitzende gab auch bekannt, dass im September erstmalig eine Auszubildende ihre Lehre im Tierheim beginne, das sei einmalig im Landkreis Lörrach. Auch die Bufdi-Stelle (Bundesfreiwilligendienst) sei für den Herbst schon vergeben.

Beim Sommerfest gab der Tierschutzverein auch dem kleinen Verein "Dragon Shelter" aus Freiburg die Möglichkeit sich vorzustellen. Seine Mitglieder kümmern sich um verlassene oder ausgesetzte Exoten, wie Schlangen, Vogelspinnen oder Warane. Der Gnadenhof "Papillon", ein Verein für Tiere in Not im Elsass, informierte außerdem über seine Hilfe für Tiere mit schweren Schicksalen.
Die ehrenamtlichen Helfer des Tierschutzvereins Weil übernehmen sogar Notdienste, informierte Mike Schulz. Wer Probleme mit seinem Tier habe, könne sich jeder Zeit an die Notfallnummer (0174) 655 7748 wenden. Informationen zum Tierheim und den Tieren, die dort warten, gibt es auf der Homepage des Tierschutzvereins.