Gemeindeversammlung

Umbaupläne fürs alte Zollhaus in Stein im Aargau vorerst gekippt

Uwe Melzer

Von Uwe Melzer

Di, 03. Dezember 2019 um 12:05 Uhr

Bad Säckingen

Das Gebäude bei der Holzbrücke gegenüber Bad Säckingen sorgt seit Jahren für Diskussionen. Die Stimmberechtigten haben jetzt den nötigen Kredit über fast eine Million Franken deutlich abgelehnt.

Gemeinderat Hansruedi Schlatter, Ressortleiter Hochbau, stellte das neue Projekt in seiner jetzigen Fassung in der Gemeindeversammlung vor. Eine neue Arbeitsgruppe wurde eingesetzt, die insbesondere auch Personen einbezog, die sich entschieden gegen die ursprüngliche Projektrealisierung aussprachen.

Das neue Projekt sieht vor, das Erdgeschoss als "Zollhaus-Saal" für Konzerte, Ausstellungen und Aufführungen, das Ober- und Dachgeschoss als ein "Escape Room" für Teamevents von Firmen und Institutionen zu nutzen . Als markanteste äußerliche Änderung ist ein dem Rhein zugewandtes Panoramafenster geplant, durch das die Besucher auf die Brücke, den Fluss und die Silhouette der Bad Säckinger Altstadt blicken können.
Escape Room

Was steckt hinter einem "Escape Room"? Man lässt sich als Team freiwillig in einen Raum einsperren und verfolgt dabei ein Ziel: die Flucht innerhalb von 60 Minuten. Die Steinener Ratsvorlage beschreibt die Idee folgendermaßen: "Völlig auf sich gestellt müssen Räume erkundet und Verstecke sowie Geheimtüren aufgespürt werden. Mit List und Neugier soll der Weg mit geheimnisvollen Gegenständen und Zeichen herausgefunden werden. Nur so kann die Flucht gelingen."

Zweifel am Projekt

Stein des Anstoßes war der Kredit über rund 990 000 Franken für die Sanierung des Gebäudes. Einige Anwesende sahen noch große Fragezeichen und meldeten erhebliche Zweifel an dem Kosten-Nutzen-Verhältnis der Investition, der geplanten Nutzung sowie den baulichen Gegebenheiten des Projektes an. Bemängelt wurde die geringe Zahl an Sitzplätzen sowie die unzureichende Planung der Fluchtwege und der Lüftungsanlagen. Der Vorschlag einer Anwesenden, das Ober- und Dachgeschoss als Wohnungen und das Erdgeschoss als Café zu nutzen, erntete dagegen viel Beifall. Die Stimmberechtigten gaben kein grünes Licht und verweigerten die Zustimmung für den Sanierungskredit. Der Rückweisungsantrag wurde deutlich mit 81 Ja- zu 14 Nein-Stimmen angenommen.

Die Entscheidung ist nicht unumkehrbar

Von den 1568 Stimmberechtigten waren nur 124 in der Gemeindeversammlung anwesend. Das Beschlussquorum wurde mit 314 Stimmen nicht erreicht. Der Beschluss unterliegt dadurch dem fakultativen Referendum. Innerhalb von 30 Tagen kann gegen das Abstimmungsergebnis das Referendum ergriffen werden.