Und jetzt? Ideen zur Klimaanpassung...

Di, 25. Oktober 2022

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... liefert Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe an der Universität Hamburg.

1. Frühwarnsysteme
Frühwarnsysteme könnten die Bevölkerung warnen, wenn das Risiko durch stechmückenübertragene Tropenkrankheiten hoch ist. Ein solches Frühwarnsystem entwickelt Jonas Schmidt-Chanasit mit Kollegen. Bei erhöhtem Risiko könnten die folgenden Strategien intensiviert werden.

2. Individuelle Vorsorge
Gartenbesitzer können mit Mückennetzen verhindern, dass Tigermücken ihre Larven in ihre Regentonnen legen. Keine Gefäße, in denen sich Wasser sammelt, sollten lange stehengelassen werden. Wurde die Tigermücke in der Nähe gesichtet, verteilt die kommunale Tigermückenbekämpfung gratis BTI-Tabletten an die betroffenen Anwohner. Zudem können alte und kranke Menschen Mückenstichen durch Sprays vorbeugen. Das Einsprühen gegen Mückenstiche könnte ab Mitte des Jahrhunderts fast so normal wie Eincremen gegen Sonnenbrand werden, weil Tigermücken nicht nur nachtaktiv sind, sie stechen auch tagsüber. Impfstoffe wird es auf absehbare Zeit nur gegen das Dengue-Virus geben.

3. Kommunale Mückenbekämpfung
"Die professionelle Bekämpfung wird an Bedeutung gewinnen müssen", sagt Virologe Schmidt-Chanasit. So kann der Infektionsdruck reduziert werden, wenn sich Mücken irgendwo regional stark vermehren. Wichtig sei auch, so Schmidt-Chanasit, dass die Akteure im Kampf gegen Tropenkrankheiten in Deutschland gut vernetzt seien. "Wie Corona gezeigt hat, ist eine schnelle Reaktionsfähigkeit wichtig: Wer drei Wochen wartet, bis er Mücken bekämpft, kommt zu spät."