Stadion-Lärm

Uneinsichtig gegenüber einer großen Mehrheit

Berthold Werner

Von Berthold Werner (Ebringen)

Mi, 18. August 2021

Leserbriefe Freiburg

Dieser Leserbrief reagiert auf den Leserbrief "Man kann darauf vertrauen, dass der Staat rechtzeitig einknickt" von Kristian Raue (BZ  vom 16. August). Beide beziehen sich auf den Text "Etappensieg für Stadt und Sportclub" (BZ vom 5. August). Darin geht es darum, dass eine geänderte Lärmschutzverordnung und ihre Auswirkungen auf Abendspiele im neuen SC-Stadion.

Der Autor des oben genannten Leserbriefes wohnt seit Jahren im beschaulichen Dreisamtal. Dennoch spricht er für die acht Kläger aus Mooswald (wo er einst auch mal wohnte) über die gesamte Vorbereitungs- und Bauzeit des schönen neuen SC-Stadions.

Diese kleine Gruppe (oder nur Herr Raue?) will es nicht wahrhaben, dass sie gegen zig-tausend Fußballanhänger und den Sportclub Freiburg als größten Verein der Region nicht bestehen können.

An maximal 4,9 Prozent aller Tage im Jahr darf der Lärmpegel nun höher sein als an den anderen 347 Tagen – abends und sonntags. Hierfür wird nicht etwa ein Paragraph im Grundgesetz geändert, sondern eine Formulierung in den Baubestimmungen.

Eine solche Änderung ist kein "Einknicken" sondern eine Novellierung, welche viel öfter entsprechend den sich ändernden Gegebenheiten vollzogen werden sollte.

Herr Raue übersieht wohl auch den wirtschaftlichen Faktor von Abend- und Sonntagsspielen. Nicht nur viele der auswärtigen Fußballanhänger kommen bereits tagsüber in die Stadt – sie übernachten auch noch häufig gerne bei uns im schönen Freiburg. Einzelhandel, Restaurants und Hotels danken!

Wie sagte mir mal ein Rechtsanwalt: "Wenn die Menschheit einigermaßen vernünftig wäre, hätten wir nur die Hälfte zu tun".Berthold Werner, Ebringen