Jahresbilanz

Unter 128 Einsätzen der Feuerwehr Kandern waren zwölf Brände

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 04. Januar 2022 um 18:02 Uhr

Kandern

Die Jahresbilanz der Feuerwehr Kandern für 2021 verdeutlicht das breite Aufgabenspektrum. Es gab nur zwölf klassische Löscheinsätze. Die Eintreffzeit wurde stets eingehalten.

Die Feuerwehrabteilungen der Kanderner Feuerwehr sind 2021 zu 128 Einsätzen ausgerückt. Dies seien 21 Einsätzen weniger als im Jahr zuvor, schreibt Feuerwehrkommandant Günter Lenke in einer Pressemitteilung. Diese waren allerdings zeitaufwändig: Insgesamt seien 2768 Einsatzstunden geleistet worden, was einer Steigerung von fast 1300 Stunden gegenüber dem Vorjahr entspreche. Dass lediglich zwölf Einsätze klassische Löscheinsätze waren, verdeutlicht, wie vielseitig das Einsatzfeld der Feuerwehr heute ist.

Das Einsatzspektrum

Allein auf die Abteilung Stadt entfielen im Jahr 2021 stolze 111 Alarmierungen. Wollbach war bei 19 Einsätzen gefordert, Tannenkirch, Feuerbach und Riedlingen absolvierten jeweils sechs Einsätze. Die Abteilung Sitzenkirch wurde neunmal alarmiert, Holzen elf Mal. Rückläufig waren die Überlandhilfen nach Bad Bellingen, Schliengen, Maulburg und Malsburg-Marzell mit elf Alarmierungen. Der Chemiefachberater der Feuerwehr Kandern, Manfred Dörner, war bei einem Einsatz in Lörrach gefragt.

Das Löschen von Bränden werde zunehmend durch andere Arten von Einsätzen verdrängt, schreibt Lenke weiter. Man habe lediglich zwölfmal zu Bränden ausrücken müssen. Diese seien 2021 allerdings "sehr arbeitsintensiv" gewesen, da darunter auch drei Großbrände und zwei mittelgroße Brände gewesen seien. Die Zahl Technischer Hilfeleistungen umfasse ein breites Einsatzspektrum. Hier waren die Kanderner Wehren bei drei Einsätzen mit Gefahrenstoff und 15-mal bei sonstigen Hilfeleistungen gefordert.
Eine Brandserie hielt die Kanderner Feuerwehr in den Jahren 2020 und 2021 auf Trab. Der mutmaßliche Brandstifter leidet unter einer psychischen Erkrankung. Der Prozess wird im Januar neu aufgerollt.

Sechsmal galt es, den Austritt von Kraftstoffen und Ölen auf Straßen und Gewässern einzugrenzen. Bei 28 Einsätzen war man bei Hochwasser oder wegen Bäumen auf Straße gefragt. Dreimal war man zur Rettung von Tieren im Einsatz.

Rettungen und Erste Hilfe

Einsätze zur Rettung von Menschen – Tragehilfen, Einsätze mit der Drehleiter oder Nottüröffnungen – wurden insgesamt 17-mal absolviert. Sehr gering war die Zahl der Einsätze durch Brandmeldeanlagen mit vier Auslösungen, hinzu kamen Täuschungsalarme durch vermuteten Gasgeruch oder Heimrauchmelder. 2021 habe es keinen böswilligen Falschalarm gegeben, bilanziert der Kommandant.

Die 18-köpfige Ersthelfergruppe war insgesamt 21-mal unterwegs. Ein vor kurzem gestarteter Spendenaufruf für die Ausstattung der Gruppe habe sehr große Unterstützung in der Bevölkerung erfahren. Insgesamt wurden 36 Menschen durch Feuerwehrkräfte erstversorgt oder gerettet. Fünf Menschen habe man nicht mehr helfen können, bedauert Lenke. Sie seien im Laufe des Einsatzes verstorben.

Eintreffzeiten eingehalten

Bei allen Alarmierungen konnte die Ausrück- und Eintreffzeiten vollumfänglich eingehalten werden. Dies sei "für eine Feuerwehr mit ehrenamtlich Tätigen ein toller Wert", lobt Lenke seine Kameraden. An Werktagen habe man stets mit genügend Personal ausrücken können. In Zukunft werde es noch wichtiger sein, Arbeitsplätze der städtischen Einrichtungen durch Feuerwehrmitglieder zu besetzten, so Lenke. Die Zahl von 59 Alarmmeldungen während der Arbeitszeit sei 2021 besonders hoch gewesen. Erfreulich ist für den Kommandanten, dass es 2021 zu lediglich einer Verletzung eines Feuerwehrangehörigen im Einsatz gekommen ist. Alle 310 Alarmfahrten mit den Feuerwehrfahrzeugen seien unfallfrei geblieben. Die Fahrzeuge der Stadtabteilung waren dabei besonders gefordert: Der Einsatzleitwagen war 80-mal unterwegs, die beiden Hilfeleistungslöschfahrzeuge 71-mal. Die Drehleiter wurde 37-mal eingesetzt.

Erfreuliche Mitgliederzahl

Die Zahl der Einsatzkräfte hat sich um sechs Mitglieder erhöht, mit 178 Aktiven sei man "sehr gut aufgestellt", so Lenke. Die Stadtabteilung sei mit 52 Mitglieder (davon zehn Doppelmitglieder) gut ausgestattet, die Abteilung Wollbach mit 41 Mitgliedern sogar "sehr gut". Holzen kann mit 28 aktiven Mitgliedern aufwarten, Tannenkirch und Riedlingen mit 19, Sitzenkirch mit 15 und Feuerbach mit 14. In den sieben Abteilungen sind zehn Frauen tätig. Die Jugendfeuerwehr besteht aus 38 Mitglieder, hier habe man acht neue Jugendliche gewinnen können. Die Altersabteilung zählt 87 Kameraden.
Weitere Infos zur Kanderner Wehr unter: http://www.feuerwehr-kandern.de