Sturmtief Sabine

Unwetter setzte Waldbesitzern in Simonswald zu

Patrik Müller

Von Patrik Müller

Di, 11. Februar 2020 um 13:48 Uhr

Kreis Emmendingen

Erst kam der Borkenkäfer, dann der Sturm: Orkan Sabine hat vor allem Waldbesitzern im Simonswälder Tal zugesetzt. Der Schaden fällt aber deutlich geringer als beim Jahrhundertsturm Lothar.

Sturm Sabine hat im Landkreis Emmendingen rund 10 000 Kubikmeter Holz umgeworfen. Das geht aus einer erstem Einschätzung des Kreisforstamtes hervor. Heftig getroffen hat es laut Mitteilung des Landratsamtes vom Dienstag vor allem Privatwaldbesitzer im Simonswälder Tal, die schon unter dem Borkenkäferbefall der vergangenen zwei Jahre gelitten hatten. Hier standen rund die Hälfte aller Bäume, die Sabine umwarf.

Sabine warf vor allem Fichten oder Douglasien um

Der Schaden fiel im Vergleich zum Orkan Lothar gering aus: Der Sturm richtete 1999 einen Schaden etwa von 550 000 Festmetern Holz im Kreis an. Ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter Holz ohne Zwischenräume. Zur Einordnung: Die Gemeinde Freiamt schlägt pro Jahr knapp 3000 Festmeter Gemeindewald ein.

Sturm Sabine warf laut Forstamtsdirektor Martin Schreiner vor allem Nadelbäume wie Fichten oder Douglasien um. Etwa 15 Prozent der Bäume brachen – das mindert den Marktpreis für das Holz. "Meist fielen einzelne Bäume oder einzelne Baumgruppen; kleinere Flächenwürfe traten im Simonswälder Tal auf", heißt es in der Mitteilung. Der massive Borkenkäferbefall der vergangenen beiden Jahre hatte dort Lücken in den Wald geschlagen – das bot dem Sturm an den Hängen Angriffspunkte. Vor allem die umgeknickten Fichten sollen so schnell wie möglich aus dem Wald transportiert werden, um dem Käfer keine Brutplätze zu bieten.

Forstamt appelliert daran, Wälder zu meiden

Viele Waldwege sind laut Behörde nach wie vor nicht begehbar, die L 186 auf den Kandel wurde am Dienstagmittag wieder für den Verkehr freigegeben. Das Forstamt appelliert daran, Wälder in den kommenden Tagen aus Sicherheitsgründen zu meiden. Am Sonntag und Montag hatten die Feuerwehren im Kreis insgesamt 43 Unwettereinsätze verzeichnet. Verletzt wurde niemand, in Teningen deckte der Wind das Dach einer Spedition ab.