Urteil nach Kippa-Attacke

Jens Kitzler

Von Jens Kitzler

Fr, 03. Juli 2020

Südwest

Sechs Monate auf Bewährung.

Weil er einen Besucher jüdischen Glaubens in einem Freiburger Fitnessstudio angegriffen hatte, hat das Freiburger Amtsgericht einen 23-Jährigen zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt sowie zu einer Geldauflage in vierstelliger Höhe. Wie die Bild-Zeitung vermeldete, lauteten die Tatbestände Volksverhetzung und Beleidigung. Wie die Staatsanwaltschaft der BZ mitteilte, erging das Urteil bereits am 21. April. Weil der Verurteilte keinen Einspruch eingelegt hatte, ist es seit dem 20. Mai rechtskräftig.

Der Täter mit Migrationshintergrund war demnach am Abend des 5. November auf einen 19 Jahr alten Besucher des Fitnessstudios losgegangen, hatte dessen traditionelle jüdische Kopfbedeckung heruntergerissen, sie in den Müll geworfen und bespuckt. Zudem beleidigte er den Studenten mehrfach, nannte ihn beispielsweise einen "dreckigen Juden".

Den Tathergang und den Täter ermittelte die Polizei nach Angaben der Staatsanwaltschaft über Nutzerdaten des Studios, Zeugenaussagen und über ein DNA-Gutachten, das anhand von Spuren an der Kippa erstellt worden war. Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin einen Strafbefehl beantragt. "Die Beweislage war aus unserer Sicht eindeutig", sagt Sprecherin Martina Wilke. Das Amtsgericht sah es genauso und übernahm den Antrag, zu einer Verhandlung kam es nicht.