Verdacht auf Kampfmittel, aber kein Fund

Martin Wendel

Von Martin Wendel

Fr, 03. Juli 2020

Endingen

Bohrungen beim Bahnhof.

. Die Bahnhofstraße in Königschaffhausen wird saniert. Für die Bauarbeiten an der Straße und für den geplanten Park&Ride-Platz beim Bahnhof wurde am Mittwoch der Untergrund erkundet – genau überwacht von einem Feuerwerker. Denn für die künftige Baustelle besteht der Verdacht auf Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg. Bei den Bohrungen ergaben sich aber keine Hinweise.

Bodenerkundungen sind Alltag für die Geologen Matthias Klipfel und Jürgen Lenhardt. Alltag ist auch, dass vor Bohrungen geprüft wird, ob ein Kampfmittelverdacht besteht, um nicht mit einem schlagenden Bohrgerät auf einen Blindgänger zu treffen. Das geschieht durch Auswertung der von den Alliierten 1945 flächendeckend gemachten Luftbilder. Die Sichtung der Aufnahmen ergab für den Bereich der Bahnhofstraße unter anderem Sprengtrichter von explodierten Bomben, aber auch Einschläge von Blindgängern, erklärt Matthias Klipfel: "Erfahrungsgemäß explodieren im Schnitt 8 bis 18 Prozent der Kampfmittel nicht." Wegen des begründeten Verdachts kam eine Firma mit Schneckenbohrer zum Einsatz. Ein Feuerwerker überwachte die Arbeiten, doch das Messgerät meldete laut Klipfel an keinem der Bohrlöcher im direkten Umfeld eine magnetische Anomalie, die auf Kampfmittel hingedeutet hätte. Gebohrt wurde fünf Meter tief, was in etwa der Tiefe eines Sprengtrichters entspricht. Auch die künftigen Bauarbeiten müssen Klipfel zufolge von einem Feuerwerker begleitet werden.