Verkehrsmisere ohne Ende

Martina David-Wenk

Von Martina David-Wenk

Fr, 31. Juli 2020

Steinen

Die Gemeinschaft für ein lebenswertes Dorf sprach mit dem Abgeordneten Josha Frey (Grüne).

. Fünf Jahre sind es noch bis 2025. Dann soll das neue Zentralklinikum stehen – doch für die vielen Verkehrsprobleme in Steinen, die schon ohne das Großkrankenhaus bestehen, ist keine Lösung in Sicht. Die Fraktion der Gemeinschaft für ein lebenswertes Dorf hatte den Landtagsabgeordneten Josha Frey (Grüne) eingeladen.

Man habe sich an die große Politik gewandt, sagte Fraktionssprecherin Ulrike Mölbert, weil man auf der zuständigen Ebene nicht weiterkomme. Landrätin Marion Dammann wird mit der Aussage zitiert, der Kreis habe das Mögliche getan. Doch damit will sich die Fraktion der Gemeinschaft nicht zufrieden geben.

Vor allem die Ablehnung der Tempo- 30-Zone vor den Schulen und Kindergärten stößt der Fraktion auf. Tatsächlich, so hatte eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Frey ergeben, ist der Landkreis Lörrach restriktiv, wenn es um Tempo 30 geht. In anderen südbadischen Landkreisen werde deutlich eher auf Geschwindigkeitsreduzierung gesetzt. Die Steinener Schule hat mehr als 800 Schüler, mehr als 600 kommen mit der S-Bahn, queren dann die Eisenbahnstraße, um zwischen Altem Schulhaus und Rathaus die Schule zu erreichen.

Ein großer Traktor brettert die Eisenbahnstraße entlang, zwei Lastwagen mit Anhängern blockieren gleich darauf die Abzweigung in die Kanderner Straße. Normaler Alltag in Steinen. Tempo 30 wegen der großen Lärmbelästigung zu fordern, unterstützt der Abgeordnete. Ulrike Mölbert hat Bauchschmerzen bei diesem Weg, die Sicherheit der Kinder dürfe nicht nachrangig sein. Wenn die Lärmmessung aber zum gewünschten Ergebnis führe, dann soll‘s recht sein, unterstützt der Landespolitiker den Weg der Gemeinde. Man wolle endlich eine Zählung, damit die Verkehrsflüsse in Steinen bekannt sind. Es sei zynisch, so Gemeinderat Rainer Dürr, dass die Verkehrsbehörde mit fehlenden Unfällen argumentiere, um nichts zu tun.

Die Verlangsamung des Verkehrs könnte den Ort für den Durchgangsverkehr unattraktiver machen, über eine Einbahnlösung denkt man nach. Wirklich überzeugt ist die Fraktion nicht. Dann wären da noch die Schrankenschließzeiten. Die Gemeinde hatte auf eigene Kosten die Gleise verlängert, weil ihr dies als Voraussetzung für kürzer Schließzeiten von der Bahn genannt worden war. Geändert hat sich nichts. Frey will Hilfe beim fürs Land Zuständigen bei der Bahn holen.

Die Fraktion und der Abgeordnete empfinden alle Teillösungen als "Flickschusterei". Man müsse aber das Machbare im Auge behalten, war das Resümee.