"Versuchen, im Sinne des Ganzen zu votieren"

Kathrin Blum

Von Kathrin Blum

Mi, 04. Mai 2022

Stegen

BZ-SERIE: Matthias Martin (FW) zur Halbzeit im Rat.

(BZ/kbl). Vor gut zweieinhalb Jahren fand die Kommunalwahl statt. Für fünf Jahre legten die Wähler fest, wer sie im Gemeinderat vertreten wird. Zur Halbzeit der Legislaturperiode hat die BZ bei den neu ins Gremium Gewählten nachgefragt, wie sie die Arbeit im Rat erleben. Heute: Matthias Martin (Freie Wähler) aus Stegen.

Matthias Martin hat schon einige spannende Ratssitzungen hinter sich, wie er verrät. So richtig erfüllt haben sich seine Erwartungen an die Gemeinderatsarbeit allerdings nicht: "Es gibt ja viele wichtige Projekte, die für Stegen von großer Bedeutung sind, leider vergeht oft sehr viel Zeit bis am Ende was Sichtbares und dann auch Nutzbares entstehen kann." Positiv überrascht habe ihn die Vielseitigkeit der Themen, etwa private und gewerbliche Bauanfragen, der Waldkindergarten, Vereinsentwicklungen und vieles mehr. "Da ist immer was Spannendes dabei."

Vor seiner Tätigkeit als Gemeinderat war Martin viele Jahre als Vorsitzender des Sportvereins in Eschbach tätig. "Dort habe ich die Sitzungen organisiert und geleitet, immer mit dem Ziel das Beste für das große Ganze, also den Verein, zu erreichen." Wie im Ratsgremium könne man es aber nicht immer allen recht machen, "man muss versuchen im Sinne des Ganzen, also der Gemeinde mit ihren Teilorten, zu votieren". Der Zeitaufwand sei manches Mal groß: "Die Sitzungen selbst dauern schon mal bis kurz vor Mitternacht." Durchschnittlich seien das schon etwa zehn Stunden pro Monat.

Was ihn manchmal ärgert: "Wenn zu einem Thema schon alles gesagt ist, das aber noch nicht von jedem." Freuen könne er sich hingegen, "wenn am Ende was Gutes und das Beste für den Ort und die Bürger herauskommt". Ob er erneut kandidieren möchte in gut zwei Jahren, kann er jetzt noch nicht beantworten. Martin findet schade, dass durch die Pandemie Möglichkeiten fehlen, sich bei Veranstaltungen zu treffen und zu unterhalten.