Hinterzarten

Viel Geld für Flurneuordnung

Dieter Maurer

Von Dieter Maurer

Mi, 04. August 2021 um 17:06 Uhr

Hinterzarten

Minister Peter Hauk überreicht den Förderbescheid von mehr als einer halben Million Euro an die Teilnehmergemeinschaft für die Flurneuordnung in Hinterzarten.

"Ein wichtiges Ziel des Schwarzwaldverfahrens ist die Offenhaltung der Landschaft und damit der Erhalt der Kulturlandschaft", sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, bei der Übergabe eines Bewilligungsbescheids in Höhe von 587 866 Euro im Schwarzwälder Skimuseum in Hinterzarten. Das Geld diene dem weiteren Ausbau des Wegenetzes und von Hofzufahrten.

Das Schwarzwaldverfahren Hinterzarten, zu dem Teile der Gemarkungen Breitnau und Feldberg zählen, beinhalte neben dem Wegebau auch Maßnahmen für Naturschutz und die Landschaftspflege. Mit vielen Millionen Euro unterstützen Bund und Land das 1999 angeordnete Verfahren. Gebaut wurden 60 Kilometer Wege. Hauk: "Mit Hilfe der neuen Tranche kann die Teilnehmergemeinschaft weitere Vorhaben umsetzen." Dazu zählten der Neubau und die Modernisierung von rund fünf Kilometer befestigter Wege. Durch die Bewirtschaftung gewinne die Kulturlandschaft ein hohes Maß an Diversität.

Die Summe der Fördermittel zeige die hohe Wertschätzung, die das Programm genieße. Von einem modernen Wegenetz profitierten nicht nur die Land- und Forstwirtschaft sondern alle Bürger. Gut ausgebaute Zufahrten sicherten die wirtschaftliche Existenz der Höfe und bedeuteten eine wichtige Daseinsvorsorge. Von den Gesamtkosten trage die Europäische Union 8,6 Millionen. Hinterzarten sei mit 270 000 Euro beteiligt.

Hinterzartens Bürgermeister-Stellvertreter Eugen Winterhalder, der auch stellvertretender Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft (TG) ist, freute sich über die neue Tranche: "Das ist ein wichtiger Schritt und bringt das Verfahren voran." In den vergangenen 18 Jahren habe das Verfahren eine Gesamtfinanzierung von rund zehn Millionen Euro der zuwendungsfähigen Ausführungskosten. Die Gemarkung Hinterzarten umfasst 3337 Hektar Fläche. 675 Hektar werden landwirtschaftlich genutzt, 2500 Hektar dienen der Forstwirtschaft. Es sind sechs Naturschutzgebiete mit einer Fläche von 300 Hektar ausgewiesen, zusätzlich noch 500 Hektar Biotope. 92 Prozent der Gemarkung Hinterzarten sind Landschaftsschutzgebiet. Seit 2017 gehören Teilflächen zum Biosphärengebiet Schwarzwald. Dem Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaft, Hermann Braun, dankte Winterhalder für dessen unermüdlichen Einsatz mit fachlicher Kompetenz: "Er ist der Motor der Gemeinschaft."

Hermann Braun vom Ospelehof bedauerte, dass von den inzwischen gebauten 22 Kilometern Hofzufahrten einige bereits sanierungsbedürftig seien: "Ein Aufbau von acht Zentimeter ist zu wenig. Es brauche weitere vier Zentimeter." Die Kosten dafür schätzte der 81-jährige Landwirt auf gut eine Million Euro.

Martin Barth, Erster Landesbeamter des Landkreises, dankte dem Land für die stete Unterstützung des Verfahrens: "Jetzt ist wieder Geld in der Kasse, das Verfahren kann weitergehen." Der Vorsitzende des Verbands der Teilnehmergemeinschaften in Baden-Württemberg, Jürgen Nowak, erinnerte an den einstigen Landwirtschaftsminister Gerhard Weiser: "Er hat vor fast 50 Jahren das Schwarzwaldprogramm zur Entwicklung des ländlichen Raums geboren." Edgar Faller, Fachbereichsleiter der Dienststelle für Flurneuordnung beim Landratsamt, meinte mit Blick auf den Initiator des Skimuseums, Olympiasieger Georg Thoma: "Diese geschichtsträchtige Galerie hat ebenfalls eine Goldmedaille verdient." Bevor Eugen Winterhalder zu einem Umtrunk und Häppchen einlud, trug sich Minister Hauk in das Goldene Buch ein.