Viel Holz fürs Haus

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 08. Dezember 2020

Haus & Garten

Fürs Bauen mit Fichte, Tanne & Co. im Land beste Bedingungen / Welches Holz sich wofür eignet.

Fürs Bauen mit Holz herrschen hierzulande geradezu ideale Bedingungen: Denn mit den riesigen Baumbeständen vor allem im Schwarzwald wächst der Baustoff sozusagen direkt vor der Haustür. Welches Holz eignet sich besonders für welche Bauteile, für Konstruktion und Tragwerke, für den Innenausbau oder für die Fassade, und wie lässt sich verbautes Holz vor Witterungseinflüssen schützen – das sind Fragen, die der Verband Pro Holz Schwarzwald beantwortet.
 Laut dem Verband ist die Fichte mit einem Anteil von derzeit 34 Prozent die häufigste Baumart in Baden-Württemberg. Die Bereiche, in denen Holz beim Bauen zum Einsatz kommt, sind vielfältig und richten sich vor allem nach den Anforderungen, die an das Material gestellt werden. Beispiel: Für die Konstruktion von Ein- und Mehrfamilienhäusern kommt fast ausschließlich Fichten- und Tannenholz zum Einsatz. Denn aus den langen und gerade gewachsenen Stämmen lassen sich Bretter und Balken besonders gut sägen. Durch das Verleimen von mehreren Balken oder Brettern können fast beliebige Längen (sogenanntes Konstruktionsvollholz), Querschnitte (Brettschichtholz) oder flächige Baustoffe für Hauswände und Geschossdecken (Brettsperrholz) hergestellt werden. Das Nadelholz sei dabei leicht, gut zu verarbeiten, enorm stabil und auch in großer Menge lokal und günstig verfügbar. Aber auch Laubholz, wie das der Buche, spiele laut Verband bei Konstruktionen zunehmend eine Rolle.

Besonders langlebig sollte das Holz für die Fassade sein. Laut Pro Holz Schwarzwald ist Lärchenholz dafür gut geeignet, da der hohe Gehalt an ätherischen Ölen das Holz der Lärche deutlich haltbarer mache als Fichtenholz. Auch Fassaden aus Weißtanne, durch eine Lasur vor der Witterung geschützt, sind laut dem Verband bei Bauherren derzeit sehr beliebt. Im Innenbereich spielt vor allen Dingen die Optik eine wichtige Rolle. Derzeit falle, etwa bei Fußböden und Treppen, oft die Wahl auf Eichenholz.

Stichwort: Fassade. Viele Menschen finden, dass unbehandelte, natürlich alternde Fassaden etwa aus Lärchenholz nicht schön aussehen, zumal, wenn das Holz sehr ungleichmäßig verwittert. Was lässt sich dagegen tun, ohne der guten Ökobilanz des Baustoffs zu schaden?
 Laut Pro Holz führen vor allem Dachüberstände oder herausstehende Elemente dazu, dass das Holz nicht gleichmäßig altert. Mit etwas Geduld stelle sich aber auch in diesen Fällen mit der Zeit eine gleichmäßige natürliche Patina ein. Wer keine natürlich gealterte Holzfassade wolle, könne diese aber auch vorab behandeln lassen – hier gebe es viele Mittel am Markt. Sie verlangsamen entweder den Alterungsprozess oder bilden eine künstliche und gleichmäßige Patina.

Ob Lasuren, Öle oder Lacke ökologisch unbedenklich sind, hänge von den Inhaltsstoffen ab. Hinweise darauf geben Siegel wie der Blaue Engel oder auch Zimmerer und Architekten. Dann stehe auch einer makellosen, ökologischen und dauerhaften Holzfassade nichts mehr im Wege.

Aber wie sieht es um die Versorgung mit dem Baustoff Holz auch in Zukunft aus? Schließlich geht es dem Wald aktuell nicht gerade gut. Laut Verband ist davon auszugehen, dass die Versorgung mit regionalem Fichtenholz für die kommenden Jahrzehnte gewährleistet ist. Allerdings wird es gerade im Schwarzwald eine Tendenz hin zu mehr Laubbaumarten geben. Es sei daher einerseits wichtig, verstärkt nach geeigneten, alternativen Baumarten zu forschen, andererseits müssen aber auch Wege gefunden werden, das Laubholz in konstruktiven Bereichen besser nutzbar zu machen.

Holz aus anderen Ecken der Welt alternativ fürs Bauen zu verwenden, sei keine Lösung, so der Verband Pro Holz Schwarzwald. Dagegen sprächen allein schon die langen Transportwege.