Viel Training – Wettkämpfe sind aber noch nicht in Sicht

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Mi, 31. März 2021

Mountainbike

Matthias Bettinger in der dritten MTB-Saison bei "Stop&Go".

. Sportprofis dürfen zur Ausübung ihrer Tätigkeit ausreisen, für einen semiprofessionellen Mountainbiker wie Matthias Bettinger ist die Situation sehr viel schwieriger: Starts im Ausland sind nicht möglich und hierzulande sind alle Langdistanzrennen im April und Mai bereits abgesagt. Bettinger hofft, dass erste Starts im Juni wieder möglich sind: Der Waldhaus-Marathon ist für den 13. Juni vorgesehen, die deutsche Marathon-Meisterschaft soll am 27. Juni in Singen ausgetragen werden.

"Ich fühle mich im

Team wohl. Es ist wie

in einer großen Familie."

Matthias Bettinger zu Stop&Go
Bettinger hat den schneereichen Winter genutzt und rund 1600 Kilometer auf den schmalen Latten abgespult. "So viele wie lange nicht mehr", sagt der Breitnauer. Als sich der Winter im März noch einmal schneereich zurückmeldete "bin ich pro Woche noch einmal 250 Kilometer gelaufen, das waren lange, schöne Einheiten", erzählt der 36-Jährige, der 20 Stunden pro Woche einem Job nachgeht. Er sei in der kalten Jahreszeit aber immer auch mit dem Rad unterwegs gewesen oder auf der Rolle gefahren.

Bettinger geht in seine dritte Saison beim Mountainbike-Team "Stop&Go Marderabwehr". "Ich fühle mich im Team richtig wohl, das ist wie in einer großen Familie, richtig cool." Neben dem Radfahren hat jedes Teammitglied eine kleine Nebenaufgabe: Bettinger kümmert sich um die Teamräder ("schrauben tu’ ich nicht") und schaut, dass immer genügend Ersatzteile auf Lager sind. "Das Fully, das wir fahren, ist eines der leichtesten und wurde auch sehr gut getestet." Die Team-Basis von Stop&Go ist im Münstertal.

Neben Bettinger konzentrieren sich auch Niklas Sell und Marcel Fischer auf Langdistanzrennen. Julian Schelb, der Vizeweltmeister in der U-23-Klasse war, ist der Alleskönner im Team. Der 28-Jährige wird neben einigen langen Rennen primär Cross-Country-Wettkämpfe bestreiten. In der verkürzten, vergangenen Saison hat Schelb im Weltcup mit Top-25-Platzierungen überzeugt. Bei der Cross-Country-Weltmeisterschaft in Leogang (Österreich) kam er als zweitbester deutscher Starter als 24. ins Ziel. Beim ersten Bundesligarennen in diesem Frühjahr platzierte sich Schelb inmitten der Profis auf Rang elf. Er hat die Ausdauer, die Technik und den Punch, um ganz vorne mitzufahren. Bettinger traut ihm sogar zu, dass er sich in den Cross-Country-Weltcups noch für die Olympischen Spiele in Tokio qualifiziert.

Ben Schweizer demonstrierte mit Rang zwei beim Bundesliga-Auftakt, dass er hierzulande in der Juniorenklasse zu den Besten zählt und viel Entwicklungspotenzial besitzt. Er wird – wie Junis Pefferle – Rennen der Junior World Series bestreiten. Thorben Jost und Lasse Reuß gehören ebenfalls zu den ambitionierten Team-Nachwuchsfahrern im Cross-Country-Bereich. Neu in der Mannschaft ist der 13-jährige Jonas Schweizer, der langsam an die Belastungen herangeführt werden soll.

Trotz der Corona-Pandemie und einer Veränderung in der Geschäftsleitung hält der Hauptsponsor an der Unterstützung des Münstertäler MTB-Teams "uneingeschränkt fest". Ziel des Engagements sei, "jungen, leistungswilligen Sportlern die Möglichkeit zu bieten, ihren Sport auf höchstem Niveau zu betreiben und die Rahmenbedingungen für eine Symbiose von Leistungssport und Ausbildung oder Beruf bereitzustellen". Die Teampräsentation musste wie schon im Vorjahr aufgrund von Corona abgesagt werden.