Viele Tote nach Einsturz einer U-Bahnbrücke

dpa

Von dpa

Mi, 05. Mai 2021

Panorama

In Mexiko-Stadt sterben mehr als 20 Menschen / Dutzende sind verletzt / Schäden an den Brückenpfeilern seit Jahren bekannt.

Beim Einsturz von Teilen einer U-Bahnbrücke in Mexiko-Stadt sind mehrere Metro-Waggons in die Tiefe gerissen worden und mindestens 23 Menschen gestorben. "Wir bedauern, dass es Tote gegeben hat", schrieb Bürgermeisterin Claudia Sheinbaum in der Nacht zum Dienstag bei Twitter. Demnach wurden mindestens 70 Menschen verletzt, einige davon schwer. Mindestens 49 wurden in Krankenhäuser gebracht.

Bei dem Einsturz waren mehrere Waggons einer Bahn der Metro-Linie 12 am späten Montagabend einige Meter in die Tiefe gestürzt und miteinander zusammengestoßen, wie auf Videos in sozialen Medien zu sehen war. Ein Teil der Brücke hatte Sheinbaum zufolge nach ersten Erkenntnissen nachgegeben. Sie kündigte eine Untersuchung zu dem "bedauerlichen und schwerwiegenden Vorfall" an. Unter dem eingestürzten Abschnitt der Überführung am Bahnhof Olivos am südöstlichen Rand der Metropole waren viele Autos unterwegs gewesen.

"Wir hörten nur ein lautes Donnern und alles stürzte nach unten", zitierte die Zeitung Universal eine Überlebende. Zahlreiche Menschen hätten mit ihr im Waggon gesessen oder gestanden. Sie seien durch die Luft geflogen und gegen die Decke geschleudert worden. Plötzlich sei das Licht ausgegangen und die Menschen hätten geschrien, schilderte eine andere Frau. Viele der Passagiere hätten um Hilfe gerufen. Ein Großaufgebot an Rettungskräften holte die Menschen zunächst mit einer Leiter aus den herabhängenden Waggons. Wegen der instabilen Lage des Zugs wurde später ein Kran eingesetzt, um eingeklemmte Insassen zu befreien.

Anwohner hatten Berichten zufolge bereits vor Jahren Schäden an Pfeilern entlang der Strecke der U-Bahnlinie 12 angeprangert. Es soll auch Vorwürfe der Korruption beim Bau der Strecke gegeben haben.