Handball

Viele Unbekannte für den TuS Ottenheim

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

Di, 08. September 2020 um 20:00 Uhr

Südbadenliga

Der TuS Ottenheim, der sein Aufstiegsrecht gerne in Anspruch nahm, steht vor einer anspruchsvollen Südbadenliga-Saison.

. Es wird "eine Saison mit vielen Unbekannten". Diese Einschätzung pflegt Ulf Seefeldt, der Trainer des TuS Ottenheim. Er hat sie nicht exklusiv, sie ist derzeit häufig zu vernehmen in Handballerkreisen. Gleichwohl trifft sie ganz besonders auf das Südbadenligateam aus Ottenheim zu, dem unter außergewöhnlichen Umständen das Aufstiegsrecht zuerkannt worden war, welches es gerne angenommen hatte. Nun geht es in sportlicher Hinsicht vor allem darum, den Nachweis zu führen, dass der TuS das Zeug hat, in dieser anspruchsvollen Spielklasse zu bestehen.

Kontinuität auf der Trainerbank und im Kader, garniert mit ein paar Personalien, die die Qualität steigern sollen. Dies ist die Ausgangslage im Schwanauer Ortsteil. Markus Heimburger und Ulf Seefeldt bilden das Trainergespann aus zwei gleichberechtigten Partnern, das seiner dritten gemeinsamen Spielzeit entgegenblickt. "Was ganz genau auf uns zukommt, ist schwer zu bewerten. Erst einmal kennen wir die Liga nicht. Spiele beobachten, wird zudem auch schwieriger werden", sagt Seefeldt. Die Ottenheimer wurden zusammen mit HTV Meißenheim, HGW Hofweier, TVS Baden-Baden II, TuS Helmlingen, SG Kappelwindeck/Steinbach, SG Muggensturm/Kuppenheim und BSV Phönix Sinzheim der Nordgruppe der Südbadenliga zugeordnet, die ebenso wie die Südgruppe acht Mannschaften zählt.

Der TuS Ottenheim hat wohl die schwerere Gruppe erwischt

Die ersten vier Teams bestreiten nach der Vorrunde eine Meisterrunde, die anderen kämpfen in der Abstiegsrunde um den Verbleib in der Klasse. "Wir haben wohl die schwerere Gruppe," vermutet Seefeldt und gibt damit eine weit verbreitete Bewertung wieder. "Unser Ziel ist, in der Liga zu bleiben. Wir wollen in den Spielen der Hinrunde erst mal so viele Punkte wie möglich holen. Schön wäre es natürlich, sich für die Meisterschaftsrunde zu qualifizieren, dann kann man im Januar schon den Klassenerhalt feiern. Aber man muss vier Teams hinter sich lassen, was nicht einfach ist. Aber ich denke, wir sind immer mal daheim einen Gegner zu schlagen, der eigentlich besser ist." Der TuS fand sich, als die vergangene Runde wegen der Pandemie abgebrochen wurde, auf dem zweiten Rang der Landesliga Nord. Da aber ein sportlicher Aufstieg theoretisch noch möglich gewesen wäre, durften die Ottenheimer mit der Erlaubnis des Verbandes den Sprung in die Südbadenliga unternehmen. Mit dem besonderen Modus der Saison und der Tatsache, dass nur 22 statt 30 Spiele ausgetragen werden, sind Seefeldt und seine Ottenheimer einverstanden.

An ein paar Einschränkungen haben sich die Handballer gewöhnt. Das Mannschaftstraining begann Anfang Juli, am Ende des Monats gab es eine Sommerpause, in der sich die Sportler sich individuell fit halten sollten. Am vergangenen Samstag gab es ein gemeinsames Training mit dem TuS Schutterwald II. Mittlerweile arbeitet die Mannschaft fokussiert auf den Saisonstart am 3. Oktober hin, der den TuS nach Sinzheim führt. Danach folgen Heimspiele gegen die SG Kappelwindeck und den TuS Helmlingen. Zwei Zugänge, die Seefeldt als "echte Verstärkungen" preist, sind David Fritsch, ein Kreisläufer, der aus Elgersweier kam und der Rückraumspieler Lukas Bing, der aus beruflichen Gründen zwei Jahre in Köln verbracht hat und nun wieder in der Heimat zurückgekehrt ist. Bing trug das Trikot von Fortuna Köln in Ober- und Landesliga. Torwart Alyn Ionut darf fast als Neuzugang gelten. Er bestritt im Februar zwar schon eine Partie für den TuS, doch erst jetzt steht er permanent zur Verfügung.

Die Basis für den Erfolg soll die gute Abwehr legen

Auch Hannes Emrich, der in Konstanz studierte, könnte nun wieder mehr Zeit im TuS-Trikot verbringen. Mit Ruben Ritter aus der eigenen A-Jugend findet sich ein weiterer Torhüter im Teamkader. Verlassen haben Tormann Vincent Wussler (SG Ohlsbach/Elgersweier), Elias Wilhelm (TuS Altenheim) sowie Axel Heimburger und David Heim (eigene Reserve) das Ensemble.

"Der Kern des Teams ist geblieben. Wir sind etwas stärker als in der vergangenen Saison", erklärt Seefeldt. "Was uns mit Sicherheit ausgezeichnet hat, ist die gute Abwehr, dank ihr sind wir aufgestiegen. Wir haben es mehrfach geschafft, gerade in den Heimspielen, mit wenigen Gegentoren aus dem Spiel zu kommen", so der Coach. "Wo wir noch besser werden müssen, ist das Tempospiel. Daran arbeiten wir."

Bliebe noch die Frage nach den Rahmenbedingungen in der Ottenheimer Rheinauenhalle. "Ich sage als Trainer, ich möchte so viele Leute wie möglich in der Halle haben, damit wir eine gute Stimmung erzeugen. Ich glaube, dass viele Leute bereit sind, sich einen Mundschutz aufzusetzen. "

Die Weichen aber stellen in diese Hinsicht andere. So ist das Prozedere: Der Verein legt ein Konzept vor, das die Gemeinde Schwanau absegnen muss. Abteilungsleiter Achim Heimburger teilte dazu mit: "Wir sind aktuell noch in finaler Klärung mit der Gemeinde." Es gibt einige Denkmodelle, in denen Abstand und Maskenpflicht eine Rolle spielen. Zahlen werden derzeit noch nicht genannt.