Konzert in Lörrach

Vielfältiger Vogelgesang für die BZ-Weihnachtsaktion

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Di, 17. Mai 2022 um 05:07 Uhr

Lörrach

Eigentlich war das Konzert in der St. Fridolin in Stetten für den Advent geplant. Wegen Corona musste es verschoben werden und konnte nun stattfinden. Spenden gehen an die BZ-Weihnachtsaktion.

Ein Zwitschern und Tirilieren hob am Samstag in der Kirche St. Fridolin in Stetten an. In ihrem Programm "Jetzt singt und klingt die Nachtigall", das auf die Jahreszeit zugeschnitten war, ließen Blockflötistin Anke Bernardy, Sopranistin Anna Bachleitner und Organist Johannes Menke den Vogelgesang auf vielfältige Art erklingen. Der Auftritt kam der BZ-Weihnachtsaktion "Hilfe zum Helfen" zugute, die Menschen in Not und karitative Verbände im Landkreis unterstützt.



Eigentlich war das Benefizkonzert, wie BZ-Redakteur Daniel Gramespacher eingangs sagte, für die Adventszeit geplant. Wegen der Corona-Situation musste es aber verschoben werden. Dass der Zuspruch nicht so groß war wie sonst, war wohl parallelen Veranstaltungen wie dem Stadtteilfest in Stetten geschuldet.

Ganz auf den Frühling, auf den Marienmonat Mai, auf die kunstvoll jubilierenden Vogelstimmen war die barocke Musik für Sopran, Blockflöte und Orgel abgestimmt, die Johannes Menke sorgfältig und stimmig zusammen gestellt hat.

Im Altarraum ließ Anke Bernardy in Jacob van Eycks "Engels Nachtegaeltje" ihre Blockflöte auf Schönste tirilieren. Auch in Francois Couperins "Die verliebte Nachtigall" entfaltete die Flötistin bezaubernd und sanglich den Gesang der Nachtigall, einfühlsam begleitet von Johannes Menke an der Orgel. In zwei Fantasien von Telemann führte Anke Bernardy farbig und virtuos die barocken Affekte und Verzierungskünste auf der Blockflöte vor.

Zauberhafter Zusammenklang von Blockflöte, Sopran und Orgel

Johannes Menke brachte in Stücken von Couperin wie "Le Tic-Toc-Choc", das eigentlich für Cembalo geschrieben ist, verzierungsreich die Register und Farben der Orgel in St. Fridolin zum Leuchten.

In der Telemann-Arie "O wer kann die Liebe sagen" betörte die Sängerin Anna Bachleitner, begleitet von Blockflöte und Orgel, mit lupenreinem Sopran. Koloraturensicher, mit schöner Höhe und versiert in der Stimmführung der Alten Musik sang die Sopranistin die Telemann-Kantate "Deine Toten werden leben", eine geistliche Musik für die nachösterliche Zeit, in der von Gottes Gnade, von Ewigkeit und "Freud und Licht" verkündet wird. Im Magnificat von Philipp Friedrich Bödecker stimmte die Sängerin einen prächtigen und freudigen Lobpreis der Seele auf die Größe des Herrn an.



Wie zauberhaft der Zusammenklang von Blockflöte, Sopran und Orgel sein kann, führten die Interpreten in Francesco Gasparinis "Caro augelletto" vor. In diesem fröhlich-munteren "Liebes Vögelchen" jauchzten und jubilierten Blockflöte und Sopran um die Wette.

Herzlicher Beifall vom Publikum

Überhaupt war es ein Hochgenuss, wie stilkundig und ausdrucksvoll die Interpreten, die aus dem Umfeld der Schola Cantorum Basiliensis kommen und sich glänzend auf historische Aufführungspraxis verstehen, die "süßen Affekte" und den Klangcharme dieser Musik auskosteten.Wurde bei Gasparini dem Vogelgesang gehuldigt, so durften die Zuhörerinnen und Zuhörer am Schluss in dem Choral "Die ganze Welt, Herr Jesu Christ" von Friedrich Spee mit einstimmen. In diesem frohen österlichen Lobpreis klingt die Titelzeile des Konzerts an "Es singen jetzt die Vögel all, jetzt singt und klingt die Nachtigall, der Sonnenschein jetzt kommt herein...".

Ein wunderbarer Ausklang für dieses Benefizkonzert mit deutscher, italienischer und französischer Musik des 17. und 18. Jahrhunderts, die Frühlings-Licht, Farbe und Vogelgezwitscher in den Kirchenraum brachte und mit herzlichem Beifall belohnt wurde. Die Spenden fließen der BZ-Aktion "Hilfe zum Helfen" zu.