Viermal hoch hinaus

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Do, 05. August 2021

Mountainbike

Das Mountainbike-Etappenrennen Schwarzwald Bike-Giro beginnt heute in Rothaus.

."Wenn man das Rennen schon zweimal gewonnen hat, einmal Zweiter wurde und aus der Region kommt, will man natürlich um den Sieg mitfahren", sagt Simon Stiebjahn aus Langenordnach vor dem heute beginnenden Schwarzwald Bike Giro. Der Mountainbikeprofi, der für das Team Bulls fährt, hat an der Streckenführung der beiden Etappen in Rothaus vor ein paar Jahren selbst mitgewirkt: "Auf der zweiten Etappe kommen wir in Neustadt an der Schanze vorbei und fahren 60 Prozent der Trail-Hype-Strecke, da ist man natürlich besonders motiviert."

Der Trail-Hype ist eine Marathon-Veranstaltung, die Stiebjahn mit seinem Partner Markus Bauer und dem RSV Hochschwarzwald stets im Herbst in Titisee-Neustadt ausrichtet. Auftakt für das Vier-Etappen-Rennen Bike-Giro ist heute um 13 Uhr in Rothaus. 62 Kilometer mit 1460 Höhenmetern haben die Starter vor sich. Start und Ziel befinden sich bei der Rothaus-Brauerei. Die zweite Etappe ist mit 76 Kilometern die längste, 2020 Höhenmeter sind am Freitag zu überwinden. Start ist um 10 Uhr in Rothaus. Am dritten Tag haben die Teilnehmer vom Notschrei aus (Start 10 Uhr) 65 Kilometer durch schwieriges Gelände vor sich, 2130 Höhenmetern kommen da zusammen. Start (10 Uhr) und Ziel der letzten Etappe ist ebenfalls am Notschrei: 51,5 Kilometer mit 1500 Höhenmetern.

Stiebjahn ist alle vier Strecken abgefahren, ein kleiner Vorteil seien die guten Ortskenntnisse schon, findet er. Seinen Bulls-Teamkollegen Martin Frey zählt er zu seinen härtesten Widersachern, ebenso den Schweizer Marc Stutzmann. Knapp 400 Bikerinnen und Biker werden am Start sein. "Wir haben viele Stornos wegen Einreise-Beschränkungen erhalten, vor allem aus den Niederlanden", sagt Kai Sauser, der mit seinem Bruder Rik das Rennen organisiert.

Die Lexware-Mountainbiker, die im vergangenen Jahr das sportliche Geschehen beim Bike-Giro dominiert und die Ränge eins bis drei belegt hatten, sind nicht am Start. Julian Schelb, der Sieger von 2019 und Adelheid Morath (Mount7) haben ebenfalls andere Pläne. Die St. Märgenerin bestreitet am Samstag ein Eintages-Rennen im österreichischen Ischgl über 76 Kilometer (3700 Höhenmeter). Am vergangenen Wochenende wurde die 37-Jährige Zweite beim Montafon Bike-Marathon. "Ich war lange mit an der Spitze bei den Frauen, musste dann jedoch am letzten Anstieg abreißen lassen", erzählt Morath, die die 130 Kilometer (4500 Höhenmeter) in 6:48:39 Stunden absolvierte. Gewonnen hat die Südafrikanerin Robyn de Groot (6:44:19).

"Es war mein bisher längstes Rennen, ich hatte vor der Distanz ziemlichen Respekt", sagt Morath, "da ich derzeit Job und Sport unter einen Hut bringen muss, kann ich im Training keine sehr langen Einheiten absolvieren." Der Breitnauer Matthias Bettinger ging in Ischgl auf der Mitteldistanz über 65 Kilometer (2400 Höhenmeter) an den Start. "Es hat sich recht schnell am ersten Anstieg eine Spitzengruppe gebildet", erzählt der 37-Jährige, der für das Münstertäler Team Stop&Go Marderabwehr startet. "Ich habe vergeblich versucht, am zweiten langen Berg meine Konkurrenten abzuschütteln. In der letzten Abfahrt habe ich dann ein Mini-Loch auf den späteren Sieger bekommen und wurde Zweiter. Jetzt freue mich auf den Rothaus Bike-Giro."

Bike-Giro: Donnerstag (13 Uhr): Grafenhausen – Rothaus 62 km, 1460 Höhenmeter. Freitag (10 Uhr): Grafenhausen – Rothaus 76 km (2020 Hm). Samstag (10 Uhr): Todtnau – Notschrei 65 km (2130 Hm). Sonntag (10 Uhr): Todtnau – Notschrei 51 km (1500 Hm)
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