Vom Nachdenken ins Handeln kommen

Sylvia Sredniawa

Von Sylvia Sredniawa

Mo, 16. September 2019

Waldkirch

Viele Ideen beim Zukunfts- und Nachhaltigkeitsmarkt "’s Fairle" und "Tag der offenen Tür" bei der Wabe in Waldkirch.

WALDKIRCH. "Die Zeit der leeren Reden ist vorbei, jetzt geht’s zur Tat!", so wandte sich Uschi Hollunder am Samstag an die Teilnehmer und Besucher des Zukunfts- und Nachhaltigkeitsmarkts "'s Fairle" in Waldkirch. Rund 20 Bürgerinitiativen und Vereine hatten Infostände auf dem Gelände der Waldkircher Beschäftigungs-und Qualifizierungsgesellschaft (Wabe) an der Mauermattenstraße aufgebaut und luden auch zu Mitmachangeboten ein.

Uschi Hollunder hatte vor drei Jahren das erste "Fairle" initiiert und auch dieses Mal war sie mit anderen Aktiven der Bürgerinitiative "Essbare Stadt Waldkirch" wieder mit dabei und wünschte bei der Eröffnung allen einen inspirierenden und Herz öffnenden Tag. Zuvor hatte Frank Dehring als Hausherr des Geländes seine Begrüßung mit den Worten "Liebe Fahrradfahrer, liebe Zukunftsdenker, liebe Besucher" begonnen. Er lud zudem zur Besichtigung der Räumlichkeiten der Wabe ein, die in diesen Tagen ihr 20-jähriges Bestehen feiert. Die Stadt Waldkirch trage einen Auftrag in ihrem Namen: "Wald" - und somit Klima und Klimaschutz, sowie "Kirch"(e) – den "Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung", so Dehring. Viele Ehrenamtliche trügen dazu bei, die Welt jeden Tag ein bisschen besser zu machen. Aber auch Unternehmen seien aufgefordert, sich für eine soziale und nachhaltige Marktwirtschaft einzusetzen.

"Was ist fair, was ist gerecht? Das sind Fragen, die für unsere Zukunft von großer Bedeutung sind", so Oberbürgermeister und Schirmherr Roman Götzmann. Auch so wie die Wabe Menschen in Arbeit zu bringen, sei eine Frage von Fairness. Götzmann dankte der Wabe zudem für ihren wesentlichen Beitrag zur Fair-Trade-Town, insbesondere mit dem Weltladen. Astrid Saalbach von der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit (SEZ) übergab einen Staffelstab der Aktion "Eine.Meine.Eine Welt", der schon am Sonntag von Waldkirchs Ausländerbeauftragten Frick an Heitersheim weitergegeben wurde.

Mit den Besuchern und unter den beteiligten Initiativen war fünf Stunden lang Zeit, die Themen Nachhaltigkeit, Fairness, Klimawandel, soziale Projekte, Umweltschutz und biologische Nahrungsmittelerzeugung zu vertiefen und auch weitere Projekte zu planen. Viele interessante und praktische Dinge für ein nachhaltiges Leben waren zu entdecken: Eine Solarlampe aus Südafrika, Schokolade, die wirklich in Afrika produziert wird oder Textilien aus indischen Projekten, Biogemüse im Abo, Autos zum Teilen, Kleiderprojekte zum Tauschen oder Weitergeben aus Klimagründen und/oder zur Unterstützung Bedürftiger, Möbel aus zweiter Hand, Stoffbeutel aus alten Regenschirmen, ein Infoheft über fair produzierte Kleidung und ein Komposteimer, der besondere Erde, die Terra Preta, herstellt.

Auch Fahrräder wurden gleich vor Ort repariert und Computerspenden fürs Recycling ausgemacht. Vorträge boten Informationen zu Afrika, fairem Reisen, "Weniger ist fair", Future Fashion und fairer Schokolade. Leckeres Essen und internationale Musik rahmten das "Fairle" ein. Alle, die kamen, waren sehr interessiert, aber es hätten schon noch einige mehr sein können angesichts der Bedeutung der hier dargestellten Themen.
Weitere Fotos: http://www.badische-zeitung.de