Arbeit in den Reben

Von der Traube bis zum Wein

Salome Schmidt, Klasse 9c, Wilhelm-August-Lay-Realschule

Von Salome Schmidt, Klasse 9c, Wilhelm-August-Lay-Realschule (Bötzingen)

So, 03. Juni 2018 um 00:00 Uhr

Schülertexte

Frank Schmidt ist Winzer in Eichstetten am Kaiserstuhl, er führt ein Familienweingut mit sieben Hektar Reben. Sein Tochter Salome Schmidt aus der Klasse 9c der Wilhelm-August-Lay-Realschule in Bötzingen hat ihn zu seinem Beruf berfragt.

Zischup: Warum wolltest du Winzer werden?

Schmidt: Ich liebe die Vielfältigkeit meines Berufes. Manchmal bin ich draußen im Weinberg oder im Weinkeller. An anderen Tagen bin ich unterwegs bei Kunden oder Gastronomen, auch auf Weinmessen.
Zischup: Wie kam es zur Gründung des eigenen Weinguts?

Schmidt: Da ich 1993 eine Kellermeisterausbildung absolviert habe, war es für mich natürlich sehr reizvoll, einmal einen eigenen Wein zu kreieren. Die Herstellung des ersten Grauen Burgunders war sehr spannend, und es machte viel Freude, ihn dann zu präsentieren und zu verkosten. Anfangs wurde der Betrieb im Nebenerwerb geführt und 1997 starteten wir als Familie dann in die volle Selbstständigkeit.


Zischup: Was sind deine momentanen Aufgaben im Weinberg und Weinkeller?

Schmidt: Im Weinberg werden die Ranken zurückgeschnitten und die Verbleibenden auf den Draht gebogen. Im Keller sind wir momentan daran, dem besonderen Jahrgang 2018 den Feinschliff zu geben, bevor er in wenigen Wochen abgefüllt wird. Da freuen wir uns schon sehr darauf.
Zischup: Wann im Jahr hast du am meisten Arbeit?

Schmidt: Das Winzerjahr hat zwei Arbeitsspitzen. Die erste ist die Zeit im Sommer, wenn die Reben im Weinberg blühen. Die wachsenden Triebe müssen in die Drahtanlage geheftet werden, was sich im Mai und Juni abspielt. Der zweite Arbeitshöhepunkt oder auch das Finale ist für den Winzer die Weinernte. Der Tag der Ernte ist für die Weinqualität ausschlaggebend. Daher sind die Wochen vor der Ernte auch sehr spannend. Was macht das Wetter? Regnet es auch nicht zu viel? In der Ernte ist die Familie mit Erntehelfern und Mitarbeitern den ganzen Tag gefordert, angefangen von der Traubenlese bis zur Verarbeitung.

Zischup: Welche Arbeitsschritte gibt es zum fertigen Wein in der Flasche?

Schmidt: Der Weinberg möchte im Sommer einmal pro Woche seinen Herrn sehen. Im Weinberg versuchen wir das Maximale zu geben und im Weinkeller durch schonende Verarbeitung die hohe Qualität zu bewahren. Der Weinberg bringt durch edle Trauben den Rohdiamanten und im Keller wird er zur Brillanz geschliffen.
Zischup: Was macht dir besonders viel Spaß im Beruf?

Schmidt: Die Betreuung des Weinberges über das ganze Jahr und das Probieren der Jungweine bis zum fertigen Produkt in der Flasche. Besonders viel Freude bringt es auch, den fertigen Wein unseren Kunden zu präsentieren. Das Besondere ist auch, sehr viel in der Natur und der frischen Luft sein zu dürfen. Was gibt es daher Schöneres, als in der reizvollen Landschaft des Kaiserstuhls zu arbeiten, dort wo andere Urlaub machen!