VON HERZEN: Die Sehnsucht in der Jugend

Martina Philipp

Von Martina Philipp

Sa, 27. März 2021

Kolumnen (Sonstige)

Die erste und vielleicht auch die zweite Liebe vergisst man nicht so schnell. Die Sehnsucht als junger Mensch kann so groß sein. Wohin nur damit, wenn man sich unsicher ist, ob das Gegenüber die Gefühle erwidert? Ute Kotulla, die als Psychologin in der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche beim Caritasverband Offenburg-Kehl arbeitet, betont vor allem einen Punkt: "Verliebt sein ist ein Gefühl und das ist immer richtig." Also habe man auch das Recht, damit offen umzugehen und dazu zu stehen. "In der Sozialpsychologie gibt es einen Effekt, der besagt, dass allein die wiederholte Wahrnehmung einer Sache oder einer Person, die man vorher als neutral wahrgenommen hat, eine positivere Bewertung zur Folge hat", sagt Kotulla. Entsprechend mache es Sinn, als junger Mensch durchaus etwas hartnäckig Begegnungen zu ermöglichen – in der Hoffnung, auf Resonanz zu stoßen. Und wenn nicht? "Wer eine Abfuhr erhält, sollte sie nicht auf sich beziehen – sondern auf den anderen." Man sollte sich also sagen: Der sieht das eben nicht. Oder auch: Die Chemie hat nicht gestimmt. Wer sich wiederum lange nicht traut, den ersten Schritt zu machen, sondern nur aus der Ferne schwärmt, sollte sich nicht unter Druck setzen. Ute Kotulla: "Vielleicht ist der- oder diejenige noch nicht so weit, die Gefühle in echt auszuleben."