Von Herzen

Mit einem Sexroboter schlafen?

Michael Heilemann

Von Michael Heilemann

Mo, 26. Oktober 2020 um 13:38 Uhr

Kolumnen (Sonstige)

Die Deutschen sind ein technikaffines Volk, selbst in Liebesdingen. Nach der Zukunftsstudie "Homo digitalis" des Fraunhofer-Instituts IAO würde jeder fünfte gerne mal mit einem Sexroboter schlafen.

Nun, hochentwickelte Roboter wie die Figur Ava aus dem Film "Ex Machina" gibt es noch nicht. Denn Ava hat eine so starke Künstliche Intelligenz, dass sie von einer Frau nicht zu unterscheiden ist.

Was es gibt, sind elektronische Liebespuppen. Das Vorzeigestück ist "Harmony", zu sehen in der Dokumentation "Hi, AI". Diese Puppe ist ein besserer Sprechautomat. Doch irgendwann gibt es Harmony 3.0, 4.0 und höher. Wissenschaftler wie Oliver Bendel, Informationsethiker an der Fachhochschule Nordwestschweiz, glauben, dass solche Maschinen sich verbreiten werden.

Das Bedürfnis nach Liebespuppen ist nicht gering. Eine Amazon-Suche ergibt hunderte Treffer mit vielen ausführlichen Rezensionen. Bereits jetzt gibt es Bordelle mit Puppen, etwa in Dortmund. Bendel zufolge sind viele Kunden Männer, die Angst haben vor Frauen oder sich ihres Körpers schämen. Sie finden dort vielleicht Sex, aber keine Liebe. Dazu ist eine Maschine nicht fähig, und sei sie noch so humanoid. Das wissen die Menschen auch. Laut der Studie können sich nur sechs Prozent vorstellen, sich in einen Sexroboter zu verlieben.