Von Smart Repair bis Teiletausch

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 03. März 2021

Auto & Mobilität

Lack- und andere Schäden sind bei den entsprechenden Fachleuten des Kfz-Gewerbes in guten Händen.

Kleine Schäden, große Wirkung: Vor einem halben Jahr noch war der winzige Steinschlag am Kotflügel kaum der Rede wert. Jetzt nach der Wagenwäsche und frostig-feuchten Fahrten auf Streusalz und Split fällt der Blick bis auf die Grundierung. Höchste Zeit, den Schaden zu beheben, bevor der Rost angreifen kann.

Möglichkeiten, solche Blessuren zu glätten, gibt es viele: Teiletausch, Selbermachen und das sogenannte Smart Repair. Welche Reparaturmethode das Auto letztendlich straßenschön und verkaufstauglich macht, hängt von Größe und Art des Schadens, vom Fahrzeug sowie nicht zuletzt von der Qualität der Arbeit ab. "Eine Werterhaltung sind die Maßnahmen allemal", sagt Ulrich Köster vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK).

Den Lackpinsel sollten danach nur Autofahrer älterer Fahrzeuge selbst in die Hand nehmen, wenn sich eine teure Reparatur nicht mehr rechnet, weil Verkauf oder Inzahlungnahme keine relevanten Kriterien mehr sind.

Smart Repair gilt längst als günstige Alternative bei überschaubaren Schäden. Die Kfz-Profis reparieren akribisch kleine Schäden auf Lack, Glas, Kunststoff und Polstern.
Dellen werden mit Hebeln herausgedrückt, Lackkratzer mit Airbrush behandelt und Steinschläge in der Frontscheibe mit Kunstharz aufgefüllt und unter UV-Licht ausgehärtet. Löcher in Polstern stopfen die Experten ebenso professionell. Nichts muss ausgebaut werden, die Fachleute arbeiten mit Spezialwerkzeug schnell und möglichst kostengünstig. Für die Reparatur eines Kratzers im Kotflügel zahlten die Kunden nur rund ein Drittel der Kosten im Vergleich zum Teiletausch mit anschließender Lackierung, so der ZDK. Beim Aushebeln der Delle liege das Sparpotenzial noch höher. Und wer den Steinschlag in der Scheibe ausharzen lasse, komme sogar kostenlos davon. Das geht jedoch nur, wenn sich der Schaden nicht im direkten Sichtfeld des Fahrers befindet. Dann muss die Scheibe getauscht werden.

Jeder Schaden ist individuell und muss einzeln begutachtet werden. Wer jetzt denkt, das kann jeder – weit gefehlt. Für die Kunst am Auto müssen die Anbieter die Schulbank drücken und mit Spezialwerkzeugen arbeiten können.

Wäre da noch der Teiletausch. Er behauptet sich da, wo Smart Repair an Grenzen stößt – das sind in der Regel alle großflächigen Schäden. Auch auf planen Flächen wie der Motorhaube fallen viele Ausbesserungen negativ auf. Und reicht der Kratzer bis aufs Blech, muss getauscht werden. Der Teiletausch garantiere eine hundertprozentige Wiederherstellung, die bei Neu- und Leasingfahrzeugen nicht nur verkaufsentscheidend sei, sondern auch Auswirkungen auf die Durchrostungsgarantie haben könne, so die Experten des ZDK.

Ob nun Teiletausch oder Smart Repair, teuer oder günstig – die Versicherer honorierten einige Reparaturen. Auf Glasschäden mit Ausnahme von Kratzern bleibe kein Autofahrer mit einer Kaskoversicherung sitzen. Egal, wie sie entstanden sind. Bei Smart Repair übernehme die Versicherung sogar die vereinbarte Selbstbeteiligung, und um die Regulierung müssten sich die Geschädigten auch nicht kümmern. Die übernehme die Werkstatt. Ebenso versichert seien Hagelschäden.