Vor ungewohnten Hindernissen

Matthias Konzok

Von Matthias Konzok

Mo, 08. Juni 2020

Mountainbike

Die Mountainbiker der SG Rheinfelden hängen in der Warteschleife / Nachwuchsserie abgesagt, dafür grünes Licht für Schweizer Rennen.

. Der Sommer lockt, doch für die Mountainbiker der Region sind derzeit noch keine Wettkämpfe möglich. Nun ereilte auch die Nachwuchsserie des Schwarzwälder MTB-Cup die Absage. Hoffnung könnte der Blick in die Schweiz verleihen.

Unwegsame Hindernisse zu bewältigen, das ist das tägliche Brot von Mountainbikern. Auf vertrautem Terrain finden sie ihre Wege. Doch die aktuellen Hindernisse der Pandemie stellen sie vor ungewohnte Probleme, wie sie auch die SG Rheinfelden zu spüren bekommt. Das gemeinsame Vereinstraining "ist seit Mitte März abgesagt", sagt Monika Walbröhl, erste Vorsitzende der SG. Auch wenn die Mountainbiker einer Freiluftsportart frönen, erleichtert das die Rückkehr in den gemeinsamen Trainingsalltag nicht.

SG-Trainer Beck steht mit Fahrern in digitalem Austausch

Für den Nachwuchs hat SG-Trainer Rainer Beck den Schwerpunkt auf die digitale Betreuung gelegt. So tauscht er mit den Athleten Trainingspläne aus, "beginnend ab der U15". So absolviere die U-17-Fraktion wöchentlich derzeit bis zu fünf Einheiten. Generell orientiert man sich am Leitfaden des deutschen Verbandes. Beispielsweise aus der Pulsmessung kann Beck den Leistungsstand seiner Athleten ablesen – und entsprechend steuern. Sei es, dass der Trainingsumfang reduziert oder eine Ruhewoche eingelegt werden sollte, sei es das Pensum zu steigern.

Generell "steht die Freude im Vordergrund", betont Beck. Doch keine Wettbewerbe fahren zu können, somit keinen Vergleich und auch "kein Ziel zu haben, ist extrem schwer", sagt Beck. Ein zentraler Jugendwettbewerb ist der Schwarzwälder MTB Cup. Im Vorjahr stellte die SG mit 21 Fahrern mit die meisten Teilnehmer, aus dem Bezirk waren zudem der SC Todtnauberg (zehn), RSV Bad Säckingen (sechs), RSV Rheinfelden (vier) und VBC Waldshut-Tiengen (zwei) vertreten. Zwei SG-Mitglieder vom Rennstall Orbea-Serpentine Velosport gewannen die Gesamtwertung: Miron Lipp in der U 19, seine Schwester Finja in der U 17 vor der Wehrerin Tina Kreiter (RSV Hochschwarzwald/Singer Racing Team).

Dass es heuer allenfalls eine verkürzte Serie geben würde, war frühzeitig klar. Weil mit Ehrenkirchen und Münstertal nunmehr sieben der ursprünglich neun geplanten Rennen entfallen, folgte nun die komplette Absage des Schwarzwälder MTB Cups. Zwar setzten sich die Verantwortlichen noch einmal zusammen, "es war aber recht schnell klar, dass mit nur zwei Rennen keine Serie stattfinden kann und wird", berichtet Organisator Simon Stiebjahn auf der Cup-Homepage. Einzig die Veranstalter in Kirchzarten und Titisee-Neustadt hoffen noch darauf, ihre Rennen im September durchführen zu können. Sollte sich die Lage im Herbst bessern, könnte es aber durchaus sein, "dass der ein oder andere Ausrichter noch ein Rennen durchführen wird", hieß es seitens der Cup-Veranstalter.

Liegt hierzulande der Wettkampfbetrieb noch auf Eis, nimmt die Saison in der Schweiz langsam wieder Fahrt auf. So vermeldete das Etappenrennen "Engadin Bike Giro" grünes Licht für seine fünfte Auflage vom 10. bis 12. Juli. Nach Angaben der Organisatoren ist das Etappenrennen für Profis und Hobbysportler vorerst auf 300 Teilnehmer beschränkt. Sollten die Einschränkungen am 24. Juni jedoch weiter gelockert werden, sei eine größere Teilnehmerzahl denkbar. Deshalb haben die Organisatoren zusätzlich zu den – bereits belegten – 300 Startplätzen eine Warteliste eingerichtet. Beim Engadin Bike Giro sind insgesamt 169,5 Kilometer und 5693 Höhenmeter zu bewältigen. Dies rund um Silvaplana und St. Moritz in einem "anspruchsvollen Gelände vor atemberaubender Kulisse", wie es seitens der Veranstalter heißt.

Mehr Infos zum Engadin Bike Giro: http://www.engadin-bike-giro.ch