Waldkirch im Nationalsozialismus

Rund 100 kamen zum Rundgang zur NS-Zeit

Sylvia Timm

Von Sylvia Timm

Di, 29. Januar 2013 um 11:46 Uhr

Waldkirch

Etwa 100 Interessierte folgten der Einladung der Ideenwerkstatt "Waldkirch in der NS-Zeit" zu einem Rundgang durch die Stadt Waldkirch – einem, dem in Zukunft auch aufgrund dieser Resonanz eventuell weitere folgen werden.

WALDKIRCH. Vorbereitet worden war der Rundgang sowohl von Mitgliedern der aktuell tätigen, überparteilichen Ideenwerkstatt "Waldkirch in der NS-Zeit" als auch von Mitstreitern der früheren Arbeitskreise "Widerstand und Arbeitergeschichte" und "Regionalgeschichte" sowie der in den 1980er und 90er Jahren aktiven Initiativgruppe zur Ehrung der kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges in Waldkirch erschossenen Deserteure.

Machtübernahme in Waldkirch
Der Aufgang im alten Teil des Waldkircher Rathauses fasste kaum die vielen Personen, die mehr erfahren wollten über die Zeit, die heute, am 30. Januar 1930, mit der Machtübernahme durch Adolf Hitler begann. Valerie Kronentaler, eine junge Historikerin, ging zunächst auch genau auf diese Machtübernahme ein. Von den Wahlergebnissen her hatten sich die Nationalsozialisten im katholisch geprägten Elztal schwer getan. Im Dezember 1930 waren durch die zuvor gewählten Gemeindeverordneten sechs Männer von der Zentrumspartei, ein Sozialdemokrat und vier Vertreter der Bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft in den Gemeinderat gewählt worden. Selbst im März 1933 bekam die Zentrumspartei bei der Reichtagswahlen in den Elztalgemeinden die meisten Stimmen (Zentrum: 6242, Nationalsozialisten 4479, Sozialdemokraten 922, Kommunisten 927). In Waldkirch wählten 35,2 Prozent NSDAP – im Durchschnitt von Baden 45,5 Prozent. Drei Tage nach der Reichstagswahl wurde Robert Wagner zum Reichskommissar ernannt, fünf Tage später, am 10. März, trat die badische Staatsregierung zurück, sämtliche Ministerposten wurden mit NSDAP-Leuten besetzt.

Verbote und Gleichschaltung
Unter Wagner begann sofort die Gleichschaltung. Polizeiaktionen gegen Kommunisten hatte es schon vor diesen Reichstagswahlen gegeben – nun folgte das Verbot von KPD und SPD-Versammlungen, die Führer dieser Parteien "für die eine persönliche Gefährdung besteht oder zu befürchten ist" wurden in "Schutzhaft" genommen. Auch zahlreiche Vereine wurden verboten, wie die ...

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