BZ-Interview

Waldkircher Friedensforscher Wolfram Wette im Interview: "Frieden lohnt sicht"

Bernd Fackler

Von Bernd Fackler

Fr, 01. September 2017

Waldkirch

BZ-Plus In Deutschland ist der 1. September Antikriegstag – in Erinnerung an den Überfall Hitlers auf Polen am 1. September 1939 mit dem Zweiten Weltkrieg als Folge.

WALDKIRCH. In Deutschland ist der 1. September Antikriegstag – in Erinnerung an den Überfall Hitlers auf Polen am 1. September 1939 mit dem Zweiten Weltkrieg als Folge. BZ-Redakteur Bernd Fackler befragte den Waldkircher Historiker und Friedensforscher Wolfram Wette. Dessen neuestes Buch "Ernstfall Frieden" befasst sich unter vielen Aspekten und auf über 600 Seiten mit dem Thema Frieden und Krieg.

BZ: Vor 100 Jahren, 1917, ging der Erste Weltkrieg in sein drittes Jahr. Millionen Menschen waren bereits durch Granaten, Gewehrkugeln oder Giftgas getötet, verwundet, verstümmelt worden. 1917 gab es auch Friedenssondierungen, etwa durch US-Präsident Wilson oder den österreichischen Kaiser Karl I. Warum hatte trotz allem Schrecken der Friede noch immer keine Chance, mussten weitere Hunderttausende sterben, blieben Kriegsbefürworter, Kriegstreiber tonangebend?
Wette: Papst Benedikt XV. wäre ebenfalls zu nennen. Er richtete 1917 einen flammenden Friedensappell an die kriegführenden Mächte. Tatsächlich aber blieben die Kriegstreiber tonangebend, insbesondere in Deutschland, wo eine Militärdiktatur der Obersten Heeresleitung (OHL) unter Hindenburg und Ludendorff das Heft in der Hand hatte. Die Generäle waren gegen einen Kompromissfrieden. Sie erstrebten territoriale Machterweiterungen, Annexionen. Die OHL ließ sich von den immensen Menschenopfern und Zerstörungen, meist jenseits der deutschen Grenzen, nicht beeindrucken, sondern hielt am Ziel eines "Siegfriedens" fest. Allerdings bildete sich 1917 eine innerdeutsche, parlamentarische Opposition, die wenigstens temporär einen Verständigungsfrieden anstrebte, bestehend aus SPD, ...

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