Technik

Waldkircher Computertruhe verschenkt mehr als 70 Rechner für das Homeschooling

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 04. Juni 2020 um 16:26 Uhr

Waldkirch

Seit die Schulen wegen der Corona-Pandemie geschlossen wurden, erreichen den Verein Computertruhe zahlreiche Anfragen von Schüler und Schülerinnen, deren Eltern sowie den Schulfördervereinen aus ganz Deutschland.

Langweilig ist es den Mitgliedern der Computertruhe seit dem Start ihrer Homeschooling-Spendenaktion Ende März nicht geworden. Seit die Schulen wegen der Corona-Pandemie geschlossen wurden, erreichen den Verein zahlreiche Anfragen von Schüler und Schülerinnen, deren Eltern sowie den Schulfördervereinen aus ganz Deutschland. Denn nicht jede Familie besitzt einen Computer, der für das digitale Lernen zuhause geeignet ist oder kann sich ein solches Gerät leisten. Über 70 Rechner konnte Computertruhe bislang verschenken.
Zur Erinnerung: Die Mitglieder des Vereins Computertruhe setzen ehrenamtlich ausgemusterte, gespendete Rechner und sonstige Hardware wieder instand und geben die Geräte im Anschluss kostenlos an bedürftige Menschen wie auch an gemeinnützige Organisationen weiter. Ursprünglich wurde das Projekt von den Elzpiraten, Mitgliedern der Piratenpartei im Landkreis Emmendingen, im Rahmen des Netzwerks Flüchtlinge Waldkirch im April 2015 ins Leben gerufen.

Rund 350 Nachrichten gingen in den vergangenen zwei Monaten über die Website der Computertruhe ein: von potenziellen Hardwarespendern und -spenderinnen, von Computersuchenden, aber auch von Gruppierungen und Privatpersonen, die ebenfalls Rechner für bedürftige Schüler und Schülerinnen suchten oder einrichten wollten. Via Videokonferenzen und Telefonaten konnten wertvolle Tipps und Erfahrungen ausgetauscht werden.

Insgesamt wurden im Rahmen der Homeschooling-Aktion bislang über 70 Computer instand gesetzt und anschließend verschenkt. Anfragen nach ungefähr 50 Rechnern wären laut Vereinsangaben aktuell noch offen und würden nach und nach abgearbeitet – an Laptopspenden ist Computertruhe nach wie vor interessiert. Hilfreich für die Aktion seien zudem Geldspenden, mit denen die Versandkosten für die Geräte gedeckt werden. Der Verein Computertruhe will noch bis Ende Juni bevorzugt Rechner für die Homeschooling-Aktion annehmen, instandsetzen und weitergeben. Auch danach könnten jederzeit Computeranfragen für Schüler und Schülerinnen gestellt werden. Diese müssten sich dann jedoch wieder in die normale Warteliste einreihen.

Hoffnung auf staatliche Förderprogramme

Auch nach den Sommerferien wird das digitale Lernen zuhause trotz schrittweiser Schulöffnungen weiterhin erforderlich sein und die technischen Voraussetzungen können nicht allein durch ehrenamtliche Initiativen geschaffen werden. Staatliche Förderprogramme sehen nun vor, dass die Schulträger Endgeräte beschaffen und diese dann an Schüler und Schülerinnen verleihen, die aufgrund ihrer häuslichen Situation nicht über geeignete Computer verfügen. Laut dem Kultusministerium Baden-Württemberg könnten so ungefähr 300 000 digitale Endgeräte für die öffentlichen und privaten Schulen bereitgestellt und dadurch landesweit etwa 20 Prozent aller Schüler und Schülerinnen unterstützt werden.

Für Familien, die wenig Geld zur Verfügung haben und keine staatliche Unterstützung erhalten, hat die Computertruhe mit Hilfe einiger ihrer Mastodon– und Twitter-Follower auf ihrer Website eine kleine Liste mit Computerläden veröffentlicht, die gebrauchte Rechner inklusive Gewährleistung zu günstigen Preisen anbieten.

Weitere Infos im Internet unter https://computertruhe.de/