Öffentlicher Dienst

Warnstreiks im Südwesten auch in Kitas und Krankenhäusern möglich

dpa, bür

Von dpa & Ronny Gert Bürckholdt

So, 20. September 2020 um 19:00 Uhr

Südwest

Eskaliert der Streit im öffentlichen Dienst? Von dieser Woche an will die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi zu ersten Warnstreiks aufrufen und diese rechtzeitig ankündigen.

Von der Kita bis zum Krankenhaus – auf die Menschen im Südwesten kommen Arbeitsniederlegungen im öffentlichen Dienst zu. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi teilte mit, sie werde von dieser Woche an zu ersten Warnstreiks aufrufen und diese rechtzeitig ankündigen.

"Die Arbeitgeber wollten diese Tarifrunde unbedingt mitten in diesem schweren Corona-Herbst austragen. Weil sie glauben, dass sich die Beschäftigten nicht trauen werden, jetzt für ihre Interessen einzutreten", sagte Landesbezirksleiter Martin Gross.

Nun werde man ihnen "mit jedem Tag deutlicher signalisieren, dass sie den Ernst der Lage verkennen". Dabei wolle man "auf die Bevölkerung mehr Rücksicht nehmen, als die Arbeitgeber heute auf ihre Beschäftigten."

Dritte Verhandlungsrunde Ende Oktober

Im öffentlichen Dienst arbeiten etwa Erzieherinnen, Busfahrer, Feuerwehrleute, Krankenschwestern, Verwaltungsangestellte, Altenpflegerinnen, Klärwerksmitarbeiter, Förster oder Ärzte. Die Gewerkschaft fordert 4,8 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 150 Euro mehr pro Monat bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt.

Südbadens Verdi-Chef Reiner Geis nannte am Sonntag keine Details zu möglichen Warnstreiks in Südbaden. "Welche Karte wir wann spielen, verraten wir noch nicht." Am Montag soll es Gespräche geben. Er sagte, bei den Beschäftigten sei die Enttäuschung groß. Sie trügen wesentlich dazu bei, dass Deutschland vergleichsweise gut durch die Corona-Krise komme. "Sie erwarten jetzt, dass dies wertgeschätzt wird. Das ist nun mal auch mit finanziellen Leistung verbunden."