Fragebogen

Warum die Hexentäler Bürger zum Klimaschutz befragt werden

Julius Steckmeister

Von Julius Steckmeister

So, 25. April 2021 um 07:02 Uhr

Sölden

Hexentalgemeinden und Bollschweil wollen wissen, wo Einwohner Schwerpunkte beim Klimaschutz setzen und erhoffen sich, einen großen Rücklauf.

Um den Klimawandel zu stoppen, müssen möglichst viele Menschen möglichst zeitnah an einem Strang ziehen. Um eben jene Menschen abzuholen und zudem näher einzugrenzen, wie genau besagter Strang aussehen soll, läuft derzeit eine Haushaltsbefragung im Hexental. Anhand eines von einem Fachbüro entwickelten Fragenkataloges möchten Au, Bollschweil, Horben, Merzhausen, Sölden und Wittnau erfahren, wo ihre Einwohner Potenzial zum Klimaschutz sehen und wo von Gemeinde oder Bürgern etwas getan werden sollte.

Die Thematik und der Fragebogen wurden jüngst im Söldener Rat vorgestellt und erörtert. Auch in Sachen Klimaschutz gebe es im Hexental seit Jahren eine sehr gute Zusammenarbeit, so Bürgermeister Rees. So hätten es sich die jeweiligen Gemeindeverwaltungen auf die Fahne geschrieben, in Sachen Klimaschutz mit gutem Beispiel voranzugehen – ob Carsharing-Angebote, Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik oder PV-Anlagen auf gemeindeeigenen Gebäuden. Wichtig sei es jedoch, auch die Bürger für das Thema zu sensibilisieren und beim Klimaschutz mitzunehmen. In Au und Wittnau, fuhr Rees fort, hätten sich bereits entsprechende Arbeitsgruppen gebildet, die auch den übrigen Hexentalgemeinden einiges an Input und Unterstützung böten.

Appell an die Eigenverantwortung

Mit dem von der Firma Endura Kommunal entwickelten Fragebogen, der jetzt mit dem Hexentalblatt beziehungsweise dem Bollschweiler Amtsblatt an alle Haushalte verteilt wird, soll gezielt erkundet werden, wo die Interessen der Hexentäler Bürger liegen und wie es um den Ist-Stand in Sachen Klimaschutz bei den Einwohnern bestellt ist.

"Jetzt gilt es, die Bevölkerung mitzunehmen und zu aktivieren", so Rees. Die Fragebogenaktion solle ein erster Aufschlag zur Einbindung der Bevölkerung sein, weshalb die Rathauschefs auch auf eine möglichst große Zahl an Rückläufern hofften. Durchschnittlich läge laut Erfahrungswerten von Endura Kommunal die Zahl der zurückgesandten Bögen, deren Ausarbeitung vollständig über Fördermittel finanziert werde, bei lediglich rund zehn Prozent.
Die Fragebögen finden sich in den Amtsblättern und können entweder im jeweiligen Rathaus abgegeben, auf dem klassischen Postweg (Emmy-Noether-Straße 2, 79110 Freiburg) oder via E-Mail (Finn.Steiert@endura-kommunal.de) an die Endura Kommunal geschickt werden. Es soll auch eine Online-Version unter https://sterrkoelln.sslsurvey.de geben. Die Rückmeldefrist endet am 4. Mai.

Abgefragt werden ganz allgemeine Interessen wie Mobilität, nachhaltige Energienutzung, Stand der Gebäudesanierung oder wie weit Bürger bereits beim Klimaschutz aktiv sind. Es geht aber auch ganz konkret um Fragen: Wie fahren Sie zur Arbeit/ zum Einkaufen? Nutzen Sie Pkw/ ÖPNV/ Rad und wenn ja, wie oft? Und neben der Mobilität beim Thema Gebäude etwa darum, wie die Bürger heizen oder ob sie ihr Haus bereits energetisch saniert haben.

Nach der Auswertung der Fragebögen kann sich der Söldener Gemeinderat Martin Uhl (CDU) Workshops zur Vertiefung der Thematik vorstellen. "Wir müssen da als Gemeinde aktiver werden", fand Olaf Machul (GLS). Bürgermeister Rees stimmte dem zu, wünschte sich aber Unterstützung aus dem Gemeinderat, da die Verwaltung derzeit "am Anschlag" sei. "Jeder Einzelne ist gefordert, selber etwas zu machen", appellierte Udo Natterer (BS) an die Eigenverantwortung. Möglichst viele ausgefüllte Antwortbögen wünschte sich Tobias Schnurpfeil (GLS). "Hoffentlich mehr als zehn Prozent", pflichtete ihm Adrian Weißhaar (BS) bei.