Fragen Sie nur

Warum erkennt man manche Bekannte mit Gesichtsmaske sofort, andere nicht?

Thomas Goebel

Von Thomas Goebel

Sa, 10. April 2021 um 19:34 Uhr

Fragen Sie nur

Die Corona-Maßnahmen erschweren viele Dinge im Alltag. So auch das Erkennen des eigenen Gegenübers mit Mund-Nasen-Schutz. Doch warum fällt uns das manchmal leichter, manchmal schwerer?

"Unsere Gesichtserkennung ist eigentlich sehr effizient", sagt Helmut Leder, Psychologieprofessor an der Uni Wien: Das Gehirn analysiert, welche Merkmale im Gesicht einer Person typisch sind, weil sie besonders vom Durchschnitt abweichen, und nutzt sie zur Wiedererkennung. "Fast wie bei einer Karikatur", sagt Leder.

Haben wir zum Beispiel Augen- oder Stirnpartie als besonders charakteristisch abgespeichert, fällt es uns leichter, eine Person zu erkennen, auch wenn sie Maske trägt. Wird dagegen eine als typisch abgespeicherte Nasenpartie verdeckt, tun wir uns schwer. Das gilt vor allem für flüchtige Bekannte – kennen wir eine Person gut, sind wir nicht mehr auf wenige typische Merkmale angewiesen: "Das Bild der Person im Gedächtnis ist dann robuster, die Gesichtserkennung weniger anfällig."

Neben dem Gesicht nutzen wir auch weitere Informationen, wie etwa Stimme, Körperhaltung oder auch den Kontext einer Begegnung, sagt Leder: "In der Bäckerei erkenne ich die Verkäuferin leichter wieder, als wenn sie zufällig im Bus neben mir sitzt."
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