Wirtschaftswissenschaft

Warum regeln die Märkte nicht alles selbst, Herr Landmann?

Barbara Schmidt, Jörg Buteweg, Bernd Kramer

Von Barbara Schmidt, Jörg Buteweg & Bernd Kramer

Do, 06. Februar 2020 um 18:59 Uhr

Wirtschaft

BZ-Plus Der Ökonom und Freiburger Professor Oliver Landmann blickt auf mehr als 50 Jahre in der Wirtschaftswissenschaft zurück – und erklärt den Unterschied seines Fachs zur Physik. Ein Interview.

BZ: Würden Sie heute noch einmal Volkswirtschaftslehre (VWL) studieren?
Landmann: Ja, auf jeden Fall. Als ich vor genau 50 Jahren, im Sommersemester 1970, mein erstes Studiensemester in Angriff nahm, hatte ich keine klare Vorstellung davon, was mich erwartet. Während meiner Schulausbildung auf einem humanistischen Gymnasium hatte ich mit der Welt der Wirtschaft wenig zu tun. Insofern war das VWL-Studium ein Experiment für mich, das anfangs etwas harzig verlief. Aber ich fasste schnell Fuß und bin bis heute fasziniert von dem Fach. Es ist sehr lebensnah und überrascht mit ständig neuen Fragestellungen.

BZ: Hat es Sie nie gereizt, die akademische Welt zu verlassen?
Landmann: Doch. Zumal ich mich ja nicht darauf verlassen konnte, dass eine akademische Karriere gelingt. Kurze Zeit war ich denn auch für die Schweizerische Nationalbank tätig.

BZ: Wären Sie gerne Chef der Schweizerischen Nationalbank geworden?
Landmann: Diese Frage hat sich für mich nie gestellt.
"Für mich war es ein Glücksfall, dass mich gleich mein erster Ruf an eine so attraktive Universität wie Freiburg führte." Oliver Landmann BZ: 1987 sind Sie nach Freiburg berufen worden – und geblieben. Warum?
Landmann: Oft führen akademische Karrieren über mehrere Stationen. Für mich war es ein Glücksfall, dass mich gleich mein erster Ruf an eine so attraktive Universität wie Freiburg führte. Ich habe hier ein ausgezeichnetes Arbeitsumfeld vorgefunden und mich von Anfang an wohl gefühlt. Viele Verbesserungsmöglichkeiten hätte es nicht mehr gegeben.

BZ: Was hat sich in der Volkswirtschaftslehre seit damals verändert? Wissen wir heute mehr als damals?
Landmann: Wir wissen sehr viel mehr. Gleichzeitig haben wir aber auch lernen müssen, bescheiden zu sein. Die Geschichte meines Faches ist übersät mit Gewissheiten, die man zu haben glaubte, die dann aber irgendwann an harten Fakten zerschellten. ...

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