Bundestagswahl Emmendingen-Lahr

Was die Kandidatinnen und Kandidaten zu Klimaschutz und Erneuerbare Energien sagen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

So, 05. September 2021 um 18:00 Uhr

Ortenaukreis

Die BZ hat den KandidatInnen der sechs im Bundestag vertretenen Partien drei Fragen gestellt. Heute: Was muss in Sachen Klimaschutz und Ausbau erneuerbarer Energien noch getan werden?

CDU: Yannick Bury, 31 Jahre,Volkswirt

Wir müssen klimaneutral werden und Industrieland bleiben. Das gelingt mit Technologie und Marktwirtschaft, nicht mit Verboten. Wir brauchen einen Preis auf den CO2-Ausstoß anstelle der EEG-Umlage und in Kombination mit Entlastungen für Pendler. Zum Ausbau der erneuerbaren Energien müssen wir vor allem beim Netzausbau mehr Tempo machen.

SPD: Johannes Fechner, 49 Jahre, Jurist

Der Kohleausstieg muss deutlich vor 2038 erfolgen. Der Bau von Solaranlagen ist noch mit zu großen bürokratischen Hürden verbunden. Wir werden die Umstellung der Autoindustrie zu klimafreundlichen Antrieben wie Wasserstoff fördern, damit Jobs in Deutschland erhalten bleiben. Wichtig ist mir ein sozialer Klimaschutz, der Pendler und Mieter nicht überbelastet.
Alle Berichte zur Bundestagswahl im Wahlkreis Emmendingen-Lahr stehen im Online-Dossier.

AfD: Thomas Seitz, 53 Jahre, Jurist

Das Klima hat sich immer verändert und lässt sich nicht steuern . Geboten ist die Anpassung , etwa in der Landwirtschaft mit der Züchtung von Sorten, die mit längeren Phasen von Wärme und Trockenheit zurechtkommen. Solange es an effektiven und bezahlbaren Stromspeichern fehlt, ist der Ausbau von Windkraft und Photovoltaik teurer Unfug.

Linke: Imke Pirch, 31 Jahre, Gesundheits- und Krankenpflegerin

Wir fordern ordnungsrechtliche Vorgaben und dazu große öffentliche Investitionen. Wir fordern Klimagerechtigkeit und daher etwa einen Rettungsschirm für die Industriearbeitsplätze und ein Weiterbildungsgeld. Kohleausstieg bis 2030, massiv in nachhaltige Infrastruktur investieren, Förderprogramme für Gebäudesanierungen, Energiekonzerne in öffentliche Hand, uvm.

Grüne: Heike Dorow, 53 Jahre, Sozialarbeiterin

Wir wollen das 1,5-Grad-Ziel erreichen. Dann gibt es eine Menge zu tun. Wir müssen die Erneuerbaren ausbauen, das Thema Speicher und intelligenten Netzausbau im Blick haben und last but not least Energie sparen. Das geht nur, wenn wir hier auch massiv auf Forschung und Entwicklung setzen. Dieser Umbau muss sozial gerecht passieren und Wohlstand erhalten

FDP: Tino Ritter, 49 Jahre, Unternehmer

Der Bund muss den rechtlichen Rahmen anpassen, die Windkraft, die Solarkraft, PTX-Anlagen, das Stromnetz und andere Energiespeicher und Energiewendetechnologie ohne lange Antragsverfahren ausbauen zu können. Es darf nicht mehr sein, dass uns jahrelange Antragsverfahren im Weg stehen. Dafür ist die Zeit zu knapp.