Fankultur

Was es bedeutet, ein Fan zu sein

Anna Köllner, Klasse 9a, Hochrhein-Gymnasium, Waldshut

Von Anna Köllner, Klasse 9a, Hochrhein-Gymnasium & Waldshut

Mo, 02. Juni 2014 um 10:46 Uhr

Schülertexte

Zischup-Reporterin Anna Köllner weiß, was es heißt, ein wahrer Fan zu sein. Sie berichtet darüber am Beispiel der Boyband One Direction.

Man hört es an jeder Ecke. Jungen und Mädchen, Frauen und Männer, ja auch Omas und Opas, die sich über eine bestimmte Band oder einen Sänger unterhalten, über Schauspieler und Schauspielerinnen, Musiker, Sendungen, Filme, Köche und Weiteres. Die Stimmungen sind von mittelmäßig bis zu begeistert vorhanden. Jeder vertritt seine eigene Meinung. Manchmal sind sich viele Menschen einig. Aber überall, wo es begeisterte Stimmen gibt, sind auch Gegner vorhanden. Wenn viele Menschen für jemanden Bestimmten schwärmen, nennt man sie meistens Fans. Diese sogenannten Fans sind in all unseren täglichen Begegnungen vorhanden. In der Kunst, im Film, im Theater, in der Musik im Sport und vieles mehr.

Das Wort Fan lässt sich von dem Wort Fanatiker ableiten, was allerdings nicht sehr viel mit dem Wort zu tun hat. Im Englischen wird daher eher das Wort "supporter" verwendet, das so viel wie "Unterstützer" heißt. Das ist auch die eigentliche Aufgabe von Fans. Sie unterstützen zum Beispiel eine Band in ihrer Karriere. Sie sorgen mit dafür, dass die Band berühmt wird, sie Konzertsäle füllen können und dass sie Auszeichnungen gewinnen.

Nehmen wir als Beispiel die berühmte Boyband One Direction. Die fünf Jungs, deren Namen Liam, Harry, Zayn, Niall und Louis sind, wussten vor vier Jahren noch nichts voneinander. Völlig ahnungslos gingen sie alle getrennt zu der englischen Show X-Factor. Alle fünf Jungs kamen weiter. Kurz vor dem Boot-Camp (eine Art Camp, in dem die jungen Sänger und Sängerinnen lernen, zu performen und mit ihrer gesanglichen Stimme umzugehen) gab es eine erneute Entscheidung und offiziell fielen alle fünf aus der Show raus. Nach wenigen Minuten wurden sie aber zurückgerufen. Dort saßen sie das erste Mal alle zusammen. Sie waren nervös und ängstlich. Simon Cowell, einer der Juroren, verkündete ihnen die Nachricht, dass sie von nun an eine Band sind. Das war der Beginn von One Direction. Die Jungs brachen in Tränen aus, konnten ihr Glück kaum fassen.

So ging es auch vielen Mädchen außerhalb der Show. Eine erste Fangruppe entstand über die sozialen Netzwerke wie Twitter oder Facebook, die immer mehr Mädchen und auch Jungs zum Fan werden ließen. Nachdem die Band One Direction vor dem Finale ausschied, stand für sie eins fest: "Wir wollen diese Band nicht verlieren, wir können nicht zulassen, dass dies das Ende ist!" Es wurde fleißig getwittert. Bald hatte es die kleine Gruppe englischer Fans geschafft, das Unmögliche möglich zumachen: Die Band wurde weltweit publik bekannt. Millionen Fans sind mittlerweile dabei, Millionen, die alle für die gleichen Jungs schreiben. Millionen, die sich kennen lernen, Freunde werden, rumalbern, zusammen Musik hören, auf Konzerte gehen, wobei Letzteres mit am schönsten ist.

Bei einem Konzert ist die spannende Atmosphäre spürbar zu greifen. Alle stehen unter Strom, das Adrenalin pumpt einem nur so durch den Körper. Man lernt Leute kennen, mit denen man vorher nie ein Wort gewechselt hat, freundet sich an und hilft sich bei allen möglichen Situationen. Es ist eine große Familie, die zusammenhält. Es ist eine riesen Familie, die fünf Jungs unterstützt und ihnen in allen Wegen hilft, berühmt zu werden, was sie auch glorreich geschafft haben. One Direction ist die beste Band in der Welt, sie sind sogar erfolgreicher als die Beatles. Dies ist eines der besten Beispiele für eine große Fangemeinde gewesen. Aber wie erkennt man einen Fan? Das ist durchaus eine schwierige Frage …

Am häufigsten erkennt man sie daran, dass sie sich sehr für eine Sache einsetzten und mitfiebern. Es gibt außerdem verschiedene Stufen des Fandaseins. Die Definition dafür liegt immer an dem Menschen selbst. Es liegt an der Persönlichkeit, ob jemand ein extremer Fan ist, sprich, sein Leben komplett nach einem anderen Menschen oder Objekten richtet. In solchen Fällen kann es dazu führen, dass sich Menschen völlig von ihren eigentlichen Aktivitäten abgrenzen und immer mehr für sich leben. Wenn das auftritt, ist das Fansein nicht mehr im positiven Sinne. Es gibt auch solche extremen Fälle, in denen sich die Fans die gleichen Tattoos wie ihre Vorbilder stechen lassen, ihre Arbeit aufgeben, um ihnen hinterher zu reisen. Auch hysterische Fans, die bei jeder kleinsten Bewegung des Vorbildes verzweifelt weinen und schluchzen, sind eher von der negativen Seite anzuschauen.

Das Fansein kann in jeder Altersgruppe auftreten und ist weitaus eine tolle Sache. Sie verbindet Menschen mit den gleichen Interessen. Lassen einem an etwas Großem teilnehmen und es mit anderen teilen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass jeder auf eine Art und Weise ein Fan ist, manche zeigen es mehr, andere weniger. Dabei ist es jedem selbst überlassen. Wichtig ist einfach, dass man zu dem steht, was man mag und sich nicht durch andere Meinungen beirren lässt. Man muss aber immer zwischen den sogenannten normalen Fans unterscheiden und solchen, die mit allem übertreiben. Viele Musiker und andere Künstler haben wegen zu großen Hysterien aufgehört, um von all dem Abstand zu bekommen. Ein Fan zu sein, kann positiv sowie auch negativ sein. Man sollte wissen, wo die Grenzen sind, und ab wann man zu sehr in die Privatsphäre anderer tritt.