Sommermythen im Faktencheck

Was es mit nassen Badeklamotten und Schwarzlicht auf sich hat

Marc Fleischmann

Von Marc Fleischmann (dpa)

Mo, 06. Juli 2020 um 19:57 Uhr

Panorama

Mit der Hitze tauchen sie wieder auf – typische Sommermythen: Verfärbt sich das Wasser bei Pool-Pinklern? Und: Darf man nach dem Naschen von Kirschen Wasser trinken? Ein Faktencheck.

Behauptung: Becken-Pinkler können überführt werden, weil Urin das Wasser verfärbt.

Fakten: Nein, sagen die Experten des US-"Water Quality & Health Council". Sie bezeichnen das Entlarven von pieselnden Schwimmern mittels farbiger Pipi-Wolke im Wasser als "häufigsten Pool-Mythos aller Zeiten". Doch Wissenschaftler der Texas A&M University haben mittlerweile ein System entwickelt, das nach ihren Angaben Pool-Pinkler überführen kann. Zink-Ionen reagieren dabei mit einem Nebenprodukt des Urins und es leuchtet grün. Das Problem: Sichtbar wird das Ergebnis nur dann, wenn Schwarzlichter im Schwimmbad installiert sind.

Behauptung: Wer nach dem Verzehr von Eis und Kirschen etwas trinkt, bekommt Bauchweh.

Fakten: Das ist falsch. "Es spricht nichts dagegen, danach etwas zu trinken", sagt Bernhard Watzl, Ernährungswissenschaftler vom Max-Rubner-Institut in Karlsruhe. Grund für den Irrglauben könnte das in früheren Zeiten hygienisch nicht einwandfreie Trinkwasser sein. Keime sorgten für Bauchschmerzen. Wird bei Herstellung und Verkauf von Speiseeis die Kühlkette nicht eingehalten, können Bakterien Probleme bereiten.

Behauptung: Mücken lieben "süßes" Blut.

Fakten: Für den Insektenexperten Julian Heiermann ist das ein "Mythos". Der Zoologe vom Naturschutzbund Nabu erklärt: "Manche Menschen werden aber öfter gestochen als andere". Das habe vor allem mit dem Duft zu tun: "Im Schweiß ist ein Stoff enthalten, der Mücken lockt. Manche produzieren davon mehr." Forscher der London School of Hygiene and Tropical Medicine wollen unterdessen herausgefunden haben, dass etwa Schwangere und korpulente Menschen mit höherer Körpertemperatur häufiger geplagt sind.

Behauptung: Nasse Badesachen führen zu einer Blasenentzündung.

Fakten: Stimmt, Kälte und Nässe verringern die Durchblutung und begünstigen so die Ausbreitung von Bakterien, die in die Blase gelangen können, so die Landesapothekerkammer in Niedersachsen. Also lieber nach dem Schwimmen was Trockenes anziehen.