Gemeinderat Denzlingen

Was kostet die Algenentfernung am Kultur- und Bürgerhaus-See?

Sebastian Krüger

Von Sebastian Krüger

Mi, 09. Oktober 2019 um 16:58 Uhr

Denzlingen

Wenn im Sommer die Temperaturen steigen, gedeihen die Algen im See am Denzlinger Kultur- und Bürgerhaus. Über deren Bekämpfung und die Kosten wurde jetzt im Gemeinderat diskutiert.

In der Vergangenheit kippte der künstlich angelegte See des öfteren um und verfärbte sich vor lauter Algen grün. Daher versuchte die Verwaltung im vergangenen Jahr verstärkt, der Algenbildung im See Herr zu werden.

Marmorkrebse, Aale und Belüftungsgeräte

In der jüngsten Gemeinderatssitzung berichtete Herbert Biehler vom Hochbauamt über den aktuellen Zustand des Sees. So sei es gelungen, den Sauerstoffgehalt zu erhöhen, das Wasser zu enttrüben und das Algenwachstum zu reduzieren. Dies gelang unter anderem, weil die Gemeinde eine sogenannte Phosphateliminierungsanlage eingesetzt habe, informierte Biehler. Dem See sei so Phosphat, ein wichtiger Nährstoff für Algen, entzogen worden. Auch seien Tiere, die Algen fressen, wie Rotfedern, Muscheln oder Schnecken im See ausgesetzt worden. Auch eingebrachte Wasserpflanzen hätten den Algenbestand reduziert und zur "Stabilität des ökologischen Gleichgewichts des Sees" beigetragen. Dem Marmorkrebs, der viele Wasserpflanzen frisst und damit hilft, dass sich Algen ausbreiten können, wurde begegnet, indem Aale, die wiederum die Krebse fressen, ausgesetzt wurden.

"Ohne Frischwasserzufuhr wird sich das Problem nicht ändern." Daniel Böhler, CDU
Auf der Wasseroberfläche schwimmende sogenannte Aqua-Air-Geräte, die eine stetige Wasserbewegung verursachen, das Gewässer mit Sauerstoff anreichern und so das Wachstum von Algen hemmen. Im Flachwasserbereich seien Algen mittels einer Sauglanze entfernt worden. Einige Gemeinderäte, vor allem aus den Reihen der CDU, der SPD und der Bürgerliste kritisierten, dass ein enormer Aufwand betrieben werden müsse, um die Algen zu beseitigen. Die Frage von Michael Dick (Bürgerliste), wie viel der See die Gemeinde koste, konnte die Verwaltung nicht endgültig beantworten. Entsprechende Zahlen würden aber nachgereicht, sagte Bürgermeister Markus Hollemann.

Daniel Böhler (CDU) gab zu bedenken, dass permanent Geräte eingesetzt werden müssten, um den See zu entalgen. Das sei teuer und energetisch nicht nachhaltig. "Ohne Frischwasserzufuhr wird sich das Problem nicht ändern", so Böhler. Die CDU hatte Anfang 2018 vorgeschlagen, frisches Wasser aus der Brunnenstube im "Aigi" dem See zuzuführen. Dies lehnte die Verwaltung damals ab.