Weg zur Klimaneutralität ist noch weit

Barbara Puppe

Von Barbara Puppe

Di, 30. November 2021

Offenburg

Klimaschutzmanagerin Bernadette Kurte informierte über die Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes für Offenburg.

. Als der Gemeinderat 2012 das integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Offenburg verabschiedet hat, wurden 73 Maßnahmen in insgesamt acht Handlungsfeldern beschlossen, wie beispielsweise Sanierung von Wohngebäuden, Energiesparen im Haushalt und erneuerbare Energie. Ein Großteil der Maßnahmen befinde sich in Umsetzung, so die Klimaschutzmanagerin. Das reiche aber noch nicht, um die vom Bundestag 2021 im verschärften Klimaschutzgesetzt beschlossene Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen.

Damit muss Deutschland schneller klimaneutral werden als ursprünglich geplant. Analog zum Klimaschutzziel des Landes wird Klimaneutralität bis 2040 angestrebt. Bernadette Kurte stellte in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses einige Highlights aus der Projektarbeit vor. Der Aus-und Umbau der Fernwärme schreite sehr gut voran, Ziel sei der Ausbau und Umbau der Fernwärmeversorgung. Ein neues Heizkraftwerk Burda/Vivil sei in Planung.

Im Heizkraftwerk Kreuzschlag sei die Erneuerung der Anlage 2023 / 2024 vorgesehen. Ein weiteres wichtiges Ziel sei, die Sanierungsrate der Wohngebäude und Heizungsanlagen im Quartier zu erhöhen. Der größte Teil des Energieverbrauches in Privathaushalten sei die Raumwärme, der zweitgrößte die Warmwasserbereitung. Fortgesetzt werde die Kampagne Energiesparen im Haushalt, angestrebt werden eine stärkere Vernetzung mit der Wohnungswirtschaft und eine klimafreundliche Liegenschaftspolitik.

In den Gottswald-Gemeinden seien wöchentliche Vorträge zu Energiesparen und erneuerbaren Energien in der Georg-Dietrich-Halle in Bühl sehr gut besucht gewesen, die Nachfrage nach Energie-Checks habe die Erwartungen übertroffen. Stand heute wurden rund 100 Checks vereinbart. Die Kampagne laufe noch bis Ende November. Termine für Checks werden bereits für Januar vergeben. Ziel der Energieplanung im Baugebiet In den Matten sei die klimaneutrale Wärmeversorgung bis spätestens 2040. Die Ausschreibung des städtebaulichen Wettbewerbs wurde empfohlen. In Vorbereitung sei eine Azubi-Schulung Klimaschutz.

Auch werde eine Effizienzkampagne für Unternehmen Mitte März bis Ende Juli 2022 geplant, mit dem Ziel, die Energieeffizienz in Unternehmen erhöhen, außerdem Fachvorträge zu CO2-Kosten und -Bilanzierung, Photovoltaik und E-Mobilität. Zu den Maßnahmen im Handlungsfeld Nachhaltiger Konsum gehe es um Bewusstseinsbildung Konsum und Ernährung, die Unterstützung und Verbreitung des Mehrwegpfandsystems und die Förderung der Reparatur-und Tauschkultur.

Im Bereich Gewerbe und Industrie "haben wir noch viel vor", kündigte Kurte an. Unter anderem stehe eine Kampagne zur energetischen Sanierung und Prozessoptimierung und -umstellung an, der Austausch zwischen Unternehmen solle gefördert und die Zusammenarbeit mit der IHK intensiviert werden. Bei der Kommunalen Wärmeplanung sei die Bestandsanalyse zu Wärmebedarf und Versorgungsinfrastruktur zu weiten Teilen abgeschlossen, eine Potenzialanalyse Erneuerbare Energien und Abwärme sei in Vorbereitung. Man habe schon viel in Angriff genommen, "aber es reicht noch nicht", sagte Kurte. Bürgermeister Oliver Martini fasste zusammen: Auf dem Weg zu mehr Klimaschutz und Klimaneutralität bedürfe es noch vieler Anstrengungen der Stadt und der Gesellschaft.

Info: "Klimaschutz einfach machen": Ein Klimaschutzwegweiser ist bei der Stadt erhältlich. https://www.offenburg-klimaschutz.de