Siegel für das OGW

Weiler Gymnasium erhält Auszeichnung für deutsch-französische Ausrichtung

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 20. Oktober 2021 um 09:09 Uhr

Weil am Rhein

Das Oberrhein-Gymnasium in Weil wird für seine deutsch-französische Ausrichtung und seine Berufsvorbereitung ausgezeichnet. Bei einer Diskussion geht es um die Zusammenarbeit im Dreiländereck.

Beschert die europäische Zusammenarbeit dem Dreiländereck Vorteile? Diese und ähnliche Fragen wurden jüngst am Oberrhein-Gymnasium (OGW) diskutiert. Oberbürgermeister Wolfgang Dietz und der Bürgermeister von Huningue, Jean-Marc Deichtmann, stellten sich am Freitag der Diskussion mit den Schülerinnen und Schülern. Anlass war die Verleihung der Siegel "Label France" und "BoriS".

Die Podiumsdiskussion, die unter dem Motto "Das Leben im Dreiländereck: Gemeinsamkeiten, Perspektiven, Visionen" stand, war anlässlich der Verleihung der Siegel "Label France" und "BoriS" organisiert worden. Beide Label wurden dem OGW im vergangenen Schuljahr verliehen und zeichnen das besondere Engagement der Schule im bilingualen Bereich sowie im Gebiet der Studien- und Berufsorientierung aus.

Es geht vor allem um die beruflichen Perspektiven

Dem Anlass der Debatte entsprechend drehte sich die Diskussion, die in einer entspannten und offenen Atmosphäre mit den Schülerinnen und Schülern der Kursstufe 2 des OGW stattfand, vor allem um die Themen der beruflichen Zukunftsaussichten für junge Menschen im vereinten Europa sowie um die Bedeutung und Verantwortung der deutsch-französischen Beziehungen für die europäische und die globale Politik.

In großer Übereinstimmung betonten beide Bürgermeister die Bedeutung von offenen Grenzen und von regem Austausch zwischen den Ländern für die Region.

Deichtmann erklärte, dass schon allein angesichts der schieren Bevölkerungszahl von ehemaligen Schwellenländern wie China und Indien Europa zusammenarbeiten müsse, um eine Zukunftschance zu haben. Vielfalt und Unterschiede dürften hierbei nicht als Hemmschuh, sondern müssten als Bereicherung verstanden werden. Europa finde seine Stärke gerade in der Vielfältigkeit seiner Mitgliedsstaaten, auch wenn dabei manche Dinge komplexer würden. Beide Politiker warnten in diesem Zusammenhang eindringlich vor einem Erstarken von Extremen, die suggerierten, dass sie einfache Antworten auf die komplexen Herausforderungen hätten.

Das Elternhaus des Weiler OB steht 15 Meter von der Schweizer Grenze entfernt

Oberbürgermeister Dietz verlieh dem einen noch persönlicheren Charakter, als er sich an seine Kindheit im 15 Meter von der Schweizer Grenze stehenden Elternhaus erinnerte: Als Kind habe er mit seinen Freunden mit einem Fuß in Deutschland, mit dem anderen in der Schweiz gespielt und dabei gemerkt, dass die Grenze keine Auswirkungen auf den Menschen habe. Außerdem betonte er, für berufliche und persönliche Perspektiven im Dreiländereck sei das Erlernen der Sprache des Nachbarn eine elementare Voraussetzung, weswegen ihm bei der Gründung des OGW der bilinguale Zug ein besonderes Anliegen gewesen sei. Gerade die Qualität dieses bilingualen Zugs wurde dem OGW durch die Auszeichnung mit dem "Label France" nun bescheinigt.

Seit 2012 verleiht das französische Europa- und Außenministerium die Auszeichnung Label France Éducation, so die Pressemeldung der Schule. Ziel dieses von der Agentur für Französisch-Unterricht im Ausland (AEFE) betreuten Labels ist es, den Französischunterricht und die Beschäftigung mit der französischen Sprache und Kultur außerhalb Frankreichs zu fördern. Weltweit gibt es momentan 456 Label-France-Schulen, von denen sich 19 in Deutschland befinden. Für die durch das Siegel ausgezeichnete Qualität des Französischunterrichts sorgen neben dem verstärkten Französisch- und bilingualen Sachfachunterricht im bilingualen Zug auch die sprachlichen Qualifikationen der Französisch-Lehrer, das DELF-Scolaire, besondere pädagogische Konzepte und der Weiterbildung der Lehrkräfte sowie die vielfältigen Austausche und frankophonen Angebote und Aktivitäten des Gymnasiums.

Enge Verknüpfung der Themen

Auch im Bereich der Berufs- und Studienorientierung geht das OGW eigene Wege. Das BoriS-Berufswahl-Siegel wird Schulen verliehen, die in herausragender Art und Weise berufliche Orientierung in der Schule verankert haben und den Schülern durch vielfältige und individuell zugeschnittene Beratungs- und Informationsangebote die Wahl des für sie passenden Berufs und somit den Übergang von der Schul- in die Berufswelt erleichtern.

Die Diskussion mit den Bürgermeistern konnte dabei verdeutlichen, dass beides, nämlich die grenzüberschreitende Kooperation und die Zukunft junger Menschen, eng miteinander verknüpft sind.