Welle der Hilfsbereitschaft

Ruth Seitz

Von Ruth Seitz

Sa, 16. Oktober 2021

Wyhl

Viele Menschen unterstützen Wyhler Hilfsaktion fürs Ahrtal / Nächster Transport am 25. Oktober.

. Die Hilfsaktion von Michael Kuhn und einigen Mitstreitern aus Wyhl, um die Opfer des verheerenden Hochwassers im Ahrtal mit dringend benötigten Lebensmitteln und Heizgeräten zu versorgen, hat eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Viele Menschen aus Wyhl und der ganzen Region haben nach dem Bericht der Badischen Zeitung Spenden nach Wyhl gebracht und auch Geld gespendet, mit dem weitere Heizgeräte beschafft werden konnten. Alle Spenden wurden zwischenzeitlich in den Verteilzentren in Gelsdorf und Walporzheim abgeliefert.

"Es ist uns wichtig, dass wir ganz genau wissen, wohin unsere Hilfsgüter gehen", betont Michael Kuhn. Für den jüngsten Transport hatte ein Bekannter seine Dienste samt Anhänger angeboten, am 25. Oktober fährt Michael Kuhn wieder selber ins Ahrtal.

Lebensmittel, Lebensmittel, Lebensmittel – der Bedarf ist groß. Es gibt kaum noch Geschäfte in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten. Viele Straßen sind nach wie vor kaum passierbar, viele Menschen haben kein Auto mehr, weil das Wasser sie mitgerissen hat. Einkaufen ist für viele ein Hindernislauf, erzählt Michael Kuhn: "Niemand kann sich vorstellen, was in den Verteilzentren weggeht." Milch, Mehl, Hefe, Reis, Nudeln, Konserven jeglicher Art – benötigt und willkommen ist alles an Lebensmitteln, was eine gewisse Zeit haltbar ist. Kartoffeln werden seit kurzem von einem großen Hof geliefert, so dass der Bedarf weitgehend gedeckt ist.

Zwischenzeitlich ist auch die Gemeinde Gelsdorf im Verteilzentrum aktiv, um sicherzustellen, dass die Spenden ausschließlich an die Flutopfer gehen und sich niemand unrechtmäßig bereichern kann. Die Spenden werden übrigens direkt und ohne jeden Verwaltungsaufwand weitergegeben, betont Michael Kuhn.

Was in den Verteilzentren gerade am dringendsten an Lebensmitteln gebraucht wird, das erfährt Michael Kuhn direkt von Peter Schmidt, seinem Ansprechpartner im Verteilzentrum. Bei einem dieser Gespräche machte Peter Schmidt auch deutlich, dass nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere leiden, genauer gesagt, die Landwirtschaft. Denn für Kühe, Rinder und Pferde fehlen Heu und Stroh, für sie ist das Futter nach der Flutkatastrophe mehr als knapp. Auch hier gab es schon Hilfe. Die Stadt Endingen hat Anfang Oktober eine Lkw-Ladung Heuballen für einen Pferdebetrieb im Katastrophengebiet gespendet.

Nicht nur die Menschen im Ahrtal, auch Michael Kuhn und seine Mitstreiter haben sich riesig über die große Spendenbereitschaft aus Wyhl und aus der ganzen Region gefreut. Mit den eingegangen Geldspenden wurden unter anderen weitere Heizgeräte beschafft. "Die werden vor dem Winter besonders dringend benötigt", sagt Michael Kuhn. Die Stromversorgung sei in weiten Teilen im Ahrtal zwar wieder hergestellt, die Menschen müssen beim Stromversorger aber alle Elekrogeräte melden, die sie nutzen, damit die Stromversorgung nicht zusammenbricht, berichtet er weiter.

Gut viereinhalb Stunden war Michael Kuhn beim ersten Transport ins Ahrtal unterwegs. Nach dem Abladen der Spenden ging es wieder zurück. Für den Transport am 25. Oktober werden vor allen Lebensmittel gebraucht. Wer helfen möchte, kann die Spenden in Wyhl bei Familie Herb in der Endinger Straße 85 abgeben. Willkommen sind auch Geldspenden, um die Miete für das Transportfahrzeug und die Benzinkosten zu finanzieren.

Großes Lob zollt Michael Kuhn auch den vielen freiwilligen Helfern im Ahrtal, die von morgens bis abends dort mit anpacken. "Ohne deren Engagement wäre vieles nicht möglich und die Menschen im Ahrtal noch ärmer dran."

Spenden für die Menschen im Ahrtal können bei Familie Herb, Endinger Straße 85, in Wyhl abgegeben werden.