Weniger Schule, weniger Geld

kna

Von kna

Di, 19. Mai 2020

Wirtschaft

Bildungsforscher zur Krise.

MÜNCHEN (KNA). Längere Schulschließungen führen nach Angaben des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung im späteren Erwerbsleben der Schülerinnen und Schüler zu geringeren Einkommen. "Geht etwa ein Drittel eines Schuljahres an Lernen verloren, so geht dies über das gesamte Berufsleben gerechnet im Durchschnitt mit rund drei bis vier Prozent geringerem Erwerbseinkommen einher", schreibt der Leiter des Ifo-Zentrums für Bildungsökonomik, Ludger Wößmann, in einem am Montag veröffentlichten Aufsatz. Dies gehe aus Untersuchungen von streikbedingten Schulschließungen, vorab geplanten Kurzschuljahren und langen Schulferien hervor.

Demnach schmälere ausbleibender Schulunterricht die Kompetenzentwicklung und den zukünftigen Arbeitsmarkterfolg dauerhaft, so Wößmann weiter. Umfangreiche bildungsökonomische Forschung zeige, dass jedes Schuljahr an zusätzlichem Lernen das Lebenseinkommen im Durchschnitt um rund zehn Prozent erhöhe. Dies müsse berücksichtigt werden, wenn es um die Ausgestaltung des gemischten Lernens in der Schule und zu Hause gehe. "Wir müssen alles daransetzen, dass alle Kinder und Jugendlichen – mit oder ohne Präsenz in der Schule – umgehend wieder lernen", forderte er im Hinblick auf die wegen der Corona-Krise teils geschlossenen Schulen.